Strom & Solar Rechner: Energie einfach selbst machen & sparen

Die Energiewende findet nicht nur in Berlin statt, sondern auf deinem Balkon und in deinem Keller. Steigende Strompreise und der Wunsch nach Unabhängigkeit treiben Millionen Deutsche dazu, ihre Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen. Doch lohnt sich das wirklich?

Unsere Tools in dieser Rubrik helfen dir, die Physik und die Ökonomie hinter Photovoltaik und Stromspeichern zu verstehen. Ein Balkonkraftwerk ist oft der Einstieg: Plug & Play Solarenergie für Mieter und Eigentümer. Aber wann amortisiert es sich? Hängt es vom Südbalkon ab oder reicht Westausrichtung?

Für Fortgeschrittene stellt sich die Frage nach dem Stromspeicher oder dynamischen Tarifen (wie Tibber). Ist es günstiger, den eigenen Solarstrom zu speichern, oder ihn nachts billig aus dem Netz zu laden, wenn der Wind weht? Wir liefern dir die mathematischen Antworten auf diese komplexen Fragen – neutral und ohne Verkaufsabsicht.

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Wann lohnt sich was?

  • Balkonkraftwerk (300–800 €): Mieter, Eigentümer mit Süd-/Ost-/Westbalkon, Eigenverbrauch 300–700 kWh/Jahr. Amortisation 4–6 Jahre.
  • PV-Anlage 5–10 kWp (8.000–18.000 €): Eigentümer mit nutzbarem Dach, hoher Eigenverbrauch durch Wärmepumpe oder E-Auto. Amortisation 9–13 Jahre.
  • Stromspeicher 5–10 kWh (4.000–8.000 €): Nur bei hoher Eigenverbrauchsambition oder dynamischen Tarifen sinnvoll. LCOE liegt aktuell bei 12–18 ct/kWh.
  • Dynamischer Tarif (Tibber, awattar): Lohnt sich ab 4.000 kWh Verbrauch und mit steuerbaren Lasten (Wärmepumpe, E-Auto, Wallbox).

Die wichtigste Frage zuerst: Wie hoch ist dein Eigenverbrauch? Ohne Eigenverbrauchsoptimierung sinkt die PV-Rendite drastisch, weil die Einspeisevergütung (8 ct/kWh) deutlich unter dem Haushaltsstrompreis (~39 ct/kWh) liegt.

Bei der Speicher-Entscheidung: Erst Eigenverbrauch maximieren, dann investieren. Ein 8-kWh-Speicher zu einer 10-kWp-PV erhöht die Autarkiequote von 30 % auf 60–70 %. Bei dynamischen Tarifen kann der Speicher zusätzlich Strom von Sturm-Nächten in den Tag puffern.

Häufige Fragen & Antworten

Alles, was du zu diesem Thema wissen musst.

Verschattung ist der Feind des Ertrags. Schon der Schatten eines Geländers kann die Leistung eines Moduls um 30-80% senken. Moderne Wechselrichter mit Schattenmanagement (MPPT) und Halbzellen-Module helfen, aber der Standort sollte so schattenfrei wie möglich sein. Nutze unseren Rechner, um konservativ zu kalkulieren.
Dynamische Tarife geben die Börsenstrompreise direkt weiter. Das lohnt sich besonders, wenn du große Verbraucher (E-Auto, Wärmepumpe) steuern kannst. Wer sein Auto nachts um 3 Uhr bei Sturm lädt, zahlt oft nur 20 Cent/kWh statt 35 Cent. Ohne steuerbare Lasten ist das Einsparpotenzial jedoch geringer.
Ein Speicher lohnt sich meist erst, wenn der Preis pro gespeicherter Kilowattstunde (LCOS) unter dem Netzbezugspreis liegt. Aktuell ist das oft erst nach 10-12 Jahren der Fall. Speicher erhöhen den Komfort und die Autarkie, sind aber selten reine Rendite-Objekte.
1 Person: 1.500–2.000 kWh, 2 Personen: 3.000–3.500 kWh, 4 Personen: 4.500–5.500 kWh. Bei elektrischer Warmwasseraufbereitung kommen 800–1.000 kWh pro Person dazu. Wärmepumpe und E-Auto erhöhen den Verbrauch um 3.000–5.000 kWh jeweils.
Bei reiner Volleinspeisung ist die Rendite niedrig: aktuelle EEG-Vergütung von 8,1 ct/kWh (bis 10 kWp) reicht knapp für die Amortisation. Die Wirtschaftlichkeit kommt fast komplett aus dem Eigenverbrauchsanteil.

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