Vergleich · Heizung & Klima

Wärmepumpe vs. Pelletheizung

Pellets oder Strom als Wärmequelle? Vergleich von Investition, Betriebskosten, CO2-Bilanz und Eignung für Alt- und Neubau.

Von Lukas Brenner · Energie- und Heiztechnik
Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert:
Option A

Wärmepumpe

Kosten: 25.00040.000 € inkl. Einbau · Amortisation: 12 J. · CO2: 1.500 kg/J.
Ideal für
  • · Sanierte Häuser mit Flächenheizung
  • · PV-Besitzer
  • · Langfristige Eigentümer
Option B

Pelletheizung

Kosten: 22.00035.000 € inkl. Einbau & Lager · Amortisation: 14 J. · CO2: 600 kg/J.
Ideal für
  • · Altbauten ohne Wärmepumpen-Eignung
  • · Ländliche Regionen
  • · Eigentümer mit Lagermöglichkeit

Quick-Verdict

Wenn altbau bj. 1970, 180 m², ungedämmt: Wärmepumpe (Option A) oder Pelletheizung (Option B)?  Lies die Empfehlung pro Szenario weiter unten oder die ausführliche Conclusion am Seitenende.

Vergleichs-Tabelle

KriteriumWärmepumpePelletheizungSieger
Anschaffungskosten25.000–40.000 €22.000–35.000 €Unentschieden

Beide Systeme bewegen sich in ähnlichen Investitionsbereichen, Pellets sind etwas günstiger durch einfachere Hydraulik.

Betriebskosten / Jahr (20.000 kWh)900–1.400 €1.300–1.700 € Option A

Pellets liegen 2026 bei rund 7–8 ct/kWh, Wärmepumpen-Strom mit JAZ 3,5 effektiv bei 7–8 ct – im Altbau verschiebt es sich Richtung Pellets.

CO2-Ausstoß~1.500 kg~600 kg Option B

Pellets gelten als nahezu CO2-neutral, da nur das beim Wachsen aufgenommene CO2 freigesetzt wird – Feinstaub bleibt aber kritisch.

Eignung Altbaueingeschränktsehr gut Option B

Pellets liefern problemlos 65–75 °C Vorlauf und ersetzen Öl-/Gaskessel direkt ohne Heizflächen-Tausch.

Platzbedarfgering (Außengerät + Speicher)hoch (Lager 6–10 m³) Option A

Wärmepumpen brauchen nur einen Pufferspeicher, Pelletheizungen ein Silo oder einen Lagerraum.

Wartungsaufwandgeringmittel-hoch Option A

Pelletkessel müssen jährlich gereinigt, Asche entleert und der Brenner gewartet werden – Wärmepumpen sind nahezu wartungsfrei.

Wärmepumpe – Pro & Contra

Vorteile
  • Hohe Effizienz im sanierten Bau
  • Bis 70 % BEG-Förderung
  • Kein Lager nötig
  • Kühlfunktion möglich
  • Kombi mit PV ideal
Nachteile
  • Hohe Investition
  • Effizienz fällt im Altbau ab
  • Schallemission
  • Stromabhängig

Pelletheizung – Pro & Contra

Vorteile
  • Funktioniert im Altbau ohne Sanierung
  • CO2-arm bei nachhaltiger Forstwirtschaft
  • BEG-Förderung bis 70 %
  • Unabhängig vom Stromnetz
  • Hohe Vorlauftemperaturen möglich
Nachteile
  • Lagerraum 6–10 m³ nötig
  • Asche-Entsorgung & Wartung
  • Pellet-Preis schwankt (Heizsaison-Spitzen)
  • Feinstaub-Emissionen
  • Höhere Anschaffung als Gas

Typische Szenarien

Altbau Bj. 1970, 180 m², ungedämmt

Empfehlung: Pelletheizung

Eigentümer mit Heizkörpern, ohne Sanierungsbudget, aber Lagerraum im Keller.

Pellets ersetzen 1:1 die Ölheizung ohne Heizflächen-Tausch. Eine Wärmepumpe würde hier mit JAZ < 2,5 unwirtschaftlich.

Saniertes EFH mit PV-Anlage

Empfehlung: Wärmepumpe

KfW 70 Bestand, Fußbodenheizung, 9 kWp PV.

Wärmepumpe nutzt PV-Strom, JAZ > 4 macht sie deutlich günstiger als Pellets – zusätzlich kühlt sie im Sommer.

Methodologie & Quellen

Kernformel

Heizkosten/Jahr = Heizlast × Volllaststunden × Energiepreis ÷ Effizienz (η bzw. JAZ)

Annahmen

  • Heizlast vereinfacht aus Wohnfläche × spezifischer Heizlast (W/m²) je Effizienzklasse.
  • Volllaststunden: 1.800 h (Bestand), 1.500 h (saniert), je nach Klimazone.
  • JAZ-Annahmen Wärmepumpe: 3,5 (Luft, Bestand), 4,0 (Luft, sanierter Neubau), 4,5 (Sole/Erde).
  • Brennwert-Wirkungsgrade: Gas 95 %, Öl 92 %, Pellet 88 %.
  • CO2-Preis 2026: 55–65 €/t (Korridor), Berechnung mit 60 €/t.

Datenquellen

Methodologie zuletzt redaktionell geprüft: 08. Mai 2026

Häufige Fragen & Antworten

Alles, was du zu diesem Thema wissen musst.

Faustregel: 0,9 m³ Lager pro 1.000 kWh Heizwärmebedarf. Für ein EFH mit 20.000 kWh Bedarf brauchst du 7–8 m³ – das entspricht einem Raum von 2,5 × 2 × 1,8 m oder einem Sacksilo. Wichtig: Trockenheit, Brandschutz (T30-Tür) und Befüllöffnung außen.
Pellets aus deutscher Sägerest-Produktion gelten bilanziell als nahezu klimaneutral, weil das beim Wachsen gebundene CO2 wieder freigesetzt wird. Nicht klimaneutral sind Feinstaub-Emissionen und der Stromverbrauch der Pelletproduktion (~3 % des Heizwerts). Wärmepumpen sind durch den grüner werdenden Strommix mittelfristig CO2-ärmer.
Im Schnitt 6–8 ct/kWh, in der Energiekrise 2022/23 zeitweise auf 14–16 ct/kWh. Tipp: Bevorraten im Frühjahr (April–Juni), wenn Pelletpreise typischerweise 15–20 % unter Heizsaison-Niveau liegen.
Ja, über die BEG-Heizungsförderung (KfW 458) gibt es 30 % Grundförderung plus die üblichen Boni (Klima-Geschwindigkeit, Einkommen, Effizienz) – maximal 70 %, wenn der Pelletkessel mit Solarthermie oder PV+Pufferspeicher kombiniert wird.
Jährliche Wartung kostet 250–400 €, Schornsteinfeger ein- bis zweimal jährlich, Asche entleeren etwa alle 4–8 Wochen (1 Eimer). Die Lebensdauer liegt bei 20–25 Jahren – ähnlich Gas, aber mit höherem Aufwand als Wärmepumpe.

Fazit & Empfehlung

Die Wahl zwischen Wärmepumpe und Pelletheizung ist im Kern eine Frage der Gebäudehülle und der eigenen Lebenssituation. In gut gedämmten Häusern mit niedrigen Vorlauftemperaturen ist die Wärmepumpe nahezu immer die effizientere und langfristig günstigere Lösung – besonders, wenn eine PV-Anlage vorhanden ist und der Eigentümer 15+ Jahre Nutzungsdauer vor sich hat. Hier kann die Wärmepumpe Eigenstrom verarbeiten, läuft mit Jahresarbeitszahlen über 4 und benötigt minimale Wartung. Pellets sind in diesem Szenario zwar CO2-bilanziell gut, aber durch Lager, Wartungsaufwand und höhere Brennstoffkosten unterlegen. Anders im unsanierten Altbau: Hier punktet Pellets, weil moderne Kessel die hohen Vorlauftemperaturen liefern, die alte Heizkörper brauchen. Eine Wärmepumpe würde im selben Haus mit JAZ unter 2,5 laufen und dann mehr Strom als nötig verschleudern. Pellets ersetzen die alte Ölheizung praktisch 1:1 – mit ähnlichem Bedienkomfort und ohne dass das Haus saniert werden muss. Wer in ländlicher Lage wohnt, einen Lagerraum hat und Wert auf Versorgungssicherheit legt (Pellets lassen sich vorrätig halten), bekommt mit der Pelletheizung ein robustes System mit Förderquoten von bis zu 70 %. Für viele Eigentümer ist die ehrlichste Antwort eine Hybridlösung: Wärmepumpe als Hauptlast, kleiner Pellet- oder Holzofen als Spitzenlast und Notreserve – das funktioniert vor allem in teilsanierten Altbauten ohne harte Entscheidung in eine Richtung.
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Quellen

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