Vergleich · Heizung & Klima

Gasheizung vs. Ölheizung

Wenn Wärmepumpe nicht infrage kommt: Gas oder Öl im direkten Vergleich – Kosten, CO2, Versorgungssicherheit und GEG-Konformität.

Von Lukas Brenner · Energie- und Heiztechnik
Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert:
Option A

Gasheizung

Kosten: 8.00015.000 € inkl. Einbau · CO2: 3.500 kg/J.
Ideal für
  • · Kurze Restnutzungsdauer mit bestehendem Gasanschluss
Option B

Ölheizung

Kosten: 9.00016.000 € inkl. Einbau · CO2: 4.500 kg/J.
Ideal für
  • · Häuser ohne Gasanschluss in ländlicher Lage
  • · Bestandsanlagen unter Bestandsschutz

Quick-Verdict

Wenn stadthaus mit gasanschluss, sanierter bestand: Gasheizung (Option A) oder Ölheizung (Option B)?  Lies die Empfehlung pro Szenario weiter unten oder die ausführliche Conclusion am Seitenende.

Vergleichs-Tabelle

KriteriumGasheizungÖlheizungSieger
Anschaffungskosten8.000–15.000 €9.000–16.000 € Option A

Gas-Brennwerttherme leicht günstiger, vor allem wegen kompakter Bauweise und ohne Tankaufwand.

Brennstoffkosten / Jahr (20.000 kWh)1.800–2.400 €2.000–2.700 € Option A

Gas mit ~12 ct/kWh leicht günstiger als Öl mit ~11 ct/kWh + CO2-Aufschlag, der Öl stärker trifft.

CO2-Ausstoß~3.500 kg~4.500 kg Option A

Erdgas emittiert ~200 g CO2/kWh, Öl ~270 g CO2/kWh – Gas ist der "sauberere" Fossile.

Versorgungssicherheitnetzabhängigdurch Tank entkoppelt Option B

Wer Lieferengpässe oder geopolitische Risiken befürchtet, hat mit Öl eine 6–12 Monate Pufferreserve – Gas ist netzgebunden.

Förderung 2026keine (außer Hybrid)keine (außer Hybrid)Unentschieden

Beide werden nicht mehr eigenständig gefördert, nur Hybrid-Lösungen mit 65 % EE-Quote sind förderfähig.

PlatzbedarfminimalTankraum 5–8 m³ Option A

Gasthermen passen in jeden Hauswirtschaftsraum, Ölheizungen brauchen Tankraum oder Erdtank im Garten.

Gasheizung – Pro & Contra

Vorteile
  • Niedrige Anschaffung
  • Kein Tank, kein Lager
  • Hohe Effizienz mit Brennwerttechnik
  • Geringerer CO2-Ausstoß als Öl
Nachteile
  • Gasanschluss nötig
  • Geopolitische Preisrisiken
  • GEG-Pflichten ab kommunaler Wärmeplanung
  • CO2-Preis steigt

Ölheizung – Pro & Contra

Vorteile
  • Bevorratbar (1.000–5.000 l Tank)
  • Funktioniert ohne Netzanschluss
  • Hohe Vorlauftemperaturen
  • Bewährt im ländlichen Altbau
Nachteile
  • Einbau-Beschränkungen ab 2024 (65 % EE-Quote)
  • Höherer CO2-Ausstoß als Gas
  • Tankreinigung & -wartung
  • Lagerraum nötig
  • CO2-Preis trifft besonders hart

Typische Szenarien

Stadthaus mit Gasanschluss, sanierter Bestand

Empfehlung: Gasheizung

Gasanschluss im Haus, sanierte Hülle, kurzfristiger Defekt der alten Heizung.

Gas-Brennwert als Übergang günstiger und einfacher; mittelfristig Wärmepumpe als Ziel einplanen.

Ländliches EFH ohne Gasanschluss

Empfehlung: Ölheizung

Kein Gasnetz erschlossen, Tankanlage vorhanden, ländliche Lage.

Gas-Erschließung kostet 5.000–10.000 €. Bei kurzer Restnutzungsdauer sinnvoller, Öl + Hybrid-Modul (Solarthermie) zu fahren.

Methodologie & Quellen

Kernformel

Heizkosten/Jahr = Heizlast × Volllaststunden × Energiepreis ÷ Effizienz (η bzw. JAZ)

Annahmen

  • Heizlast vereinfacht aus Wohnfläche × spezifischer Heizlast (W/m²) je Effizienzklasse.
  • Volllaststunden: 1.800 h (Bestand), 1.500 h (saniert), je nach Klimazone.
  • JAZ-Annahmen Wärmepumpe: 3,5 (Luft, Bestand), 4,0 (Luft, sanierter Neubau), 4,5 (Sole/Erde).
  • Brennwert-Wirkungsgrade: Gas 95 %, Öl 92 %, Pellet 88 %.
  • CO2-Preis 2026: 55–65 €/t (Korridor), Berechnung mit 60 €/t.

Datenquellen

Methodologie zuletzt redaktionell geprüft: 08. Mai 2026

Häufige Fragen & Antworten

Alles, was du zu diesem Thema wissen musst.

Gas. Erdgas verursacht etwa 200 g CO2 pro kWh, Heizöl rund 270 g CO2/kWh. Bei einem 20.000 kWh-Verbrauch ergeben sich 4 t (Gas) vs. 5,4 t (Öl) CO2 pro Jahr – Gas spart rund 25 % CO2.
Selten. Wer ohnehin investieren muss, sollte direkt eine Wärmepumpe oder Hybrid mit 65 % EE-Quote einplanen, weil reine Gasheizungen ab Einführung der kommunalen Wärmeplanung (Großstädte Mitte 2026, andere bis Mitte 2028) im Bestand zunehmend reglementiert werden.
Eigenständig: nein. Nur in Hybrid-Konstellationen mit 65 % erneuerbaren Energien (z. B. Wärmepumpe + Gas-Spitzenlast) gibt es BEG-Förderung – dann allerdings auf den fossilen Teil keine Zuschüsse, sondern nur auf die EE-Komponente.
CO2-Preis 2026 als Korridor 55–65 €/t. Gas-EFH (~4 t) zahlt rund 220–260 € extra pro Jahr, Öl-EFH (~5,4 t) ca. 300–350 €. Konkret 1,4 ct/kWh Aufschlag bei Gas, 20,7 ct/Liter bei Heizöl. Ab 2028 EU-ETS 2 marktbasiert, Prognosen 80–150 €/t bis 2030.
Beide sind im Bestand bis ca. 2045 nutzbar (GEG-Stichtag), aber regulatorisch und preislich unter Druck. Wer langfristig plant, sollte unabhängig vom aktuellen Brennstoff auf Wärmepumpe oder Hybrid umstellen – Gas ist nur leicht weniger riskant als Öl.

Fazit & Empfehlung

Die Frage Gas vs. Öl ist 2026 fast immer eine Frage der Übergangstechnik – nicht mehr der langfristigen Heizungsstrategie. Beide Brennstoffe sind fossil, beide unterliegen dem CO2-Preis, und beide werden eigenständig nicht mehr gefördert. Wer die Wahl hat, weil der Gasanschluss vorhanden ist, fährt mit einer modernen Brennwert-Gastherme tendenziell günstiger: niedrigere Anschaffungskosten, weniger Wartungsaufwand, geringerer CO2-Ausstoß und damit auch geringere CO2-Abgabe. Eine Gasheizung ist aber kein "Sieger" – sie ist nur das kleinere Übel innerhalb der fossilen Welt. In ländlichen Regionen ohne Gasnetz oder mit langer Erschließungsstrecke kippt die Rechnung schnell zugunsten von Öl, wenn ein Tank ohnehin vorhanden ist. Eine Gas-Erschließung kostet 5.000–10.000 €, und die kommunale Wärmeplanung könnte in genau diesen Regionen eher Richtung Wärmepumpe oder Pellets als Richtung Gas-Ausbau gehen. Wer sich heute zwischen Gas und Öl entscheiden muss, sollte ehrlich prüfen, ob nicht doch eine Hybridlösung (Wärmepumpe + Spitzenlast) oder eine Pelletheizung in Frage kommt – denn fossile Heizung ohne Förderung ist 2026 ein Auslaufmodell. Die rationalste Empfehlung: Gas nur, wenn Anschluss vorhanden und maximal 8–10 Jahre Restnutzung geplant; Öl nur, wenn weder Gas noch Wärmepumpe technisch oder finanziell darstellbar sind. Alles darüber hinaus rechnet sich heute schon nicht mehr.

Quellen

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