Ausführliche Erklärung
Kilowatt-Peak (kWp) ist die international genormte Einheit zur Angabe der Spitzenleistung einer PV-Anlage. Sie beschreibt nicht den realen Stromertrag, sondern die theoretische Maximalleistung unter sogenannten Standard-Test-Bedingungen (STC): 1.000 Watt Einstrahlung pro Quadratmeter, eine Modultemperatur von 25 °C und ein definiertes Lichtspektrum (AM 1.5).
In Deutschland werden diese Bedingungen in der Praxis selten erreicht. Üblich ist daher die Umrechnung von kWp in den realen Jahresertrag: Pro kWp installierter Leistung liefert eine Anlage je nach Standort 850–1.150 kWh pro Jahr (nördliches Deutschland am unteren, südliches am oberen Ende). Eine 10-kWp-Anlage in Stuttgart bringt also rund 10.500 kWh/Jahr, in Hamburg etwa 9.500 kWh/Jahr. Der Standortfaktor wird vom Deutschen Wetterdienst regional veröffentlicht.
Die kWp-Zahl ist bei der Anlagenplanung die wichtigste Kennzahl: Förderprogramme (BEG, KfW), EEG-Tarife und steuerliche Schwellenwerte (Nullsteuersatz bis 30 kWp Wohngebäude, Einkommensteuerbefreiung bis 30 kWp EFH) sind alle an kWp gekoppelt. Die Faustformel "1 kWp pro 5 Quadratmeter Dachfläche" mit modernen Modulen (400–450 Wp pro Modul, ca. 2 m² Fläche) ergibt für ein typisches Einfamilienhaus mit 60 m² Süddach eine Anlagengröße von 12 kWp.
Nicht zu verwechseln: kWp (Spitzenleistung der Anlage) vs. kWh (verbrauchte oder erzeugte Energie über Zeit) vs. Wp (Wattpeak, Spitzenleistung eines einzelnen Moduls). Ein einzelnes Modul mit 420 Wp = 0,42 kWp. 24 Module à 420 Wp = 10,08 kWp Anlagenleistung.