Glossar · Gehalt & Lifestyle

Schenkungssteuer-Freibetrag

Auch: Gift Tax Allowance
Kurzdefinition

Steuerfreier Betrag pro Schenkung – identisch mit den Erbschaftsteuer-Freibeträgen. Alle 10 Jahre erneut nutzbar. Eltern → Kind: 400.000 €.

Ausführliche Erklärung

Schenkung und Erbe werden in Deutschland im selben Gesetz (Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, ErbStG) geregelt. Die Freibeträge für Schenkungen sind identisch mit denen für Erbschaften. Der entscheidende strategische Unterschied: **Schenkungs-Freibeträge können alle 10 Jahre erneut genutzt werden**. Erbe ist eine einmalige Veranlagung. **Freibeträge 2026 (Schenkung wie Erbschaft)**: - Ehegatte / eingetragener Lebenspartner: 500.000 € - Kinder: 400.000 € (je Kind je Elternteil) - Enkel: 200.000 € - Eltern, Großeltern: 20.000 € (anders als beim Erbe!) - Geschwister, Nichten, Neffen: 20.000 € - Übrige: 20.000 € Wichtig: Anders als beim Erbe (100.000 €) haben Eltern und Großeltern bei Schenkung nur 20.000 € Freibetrag. Schenkungen "nach oben" sind also steuerlich oft ungünstig. **Strategische Anwendung**: Eltern wollen ihren Kindern später 1,2 Mio. € vererben. Direkter Erbübergang: Freibetrag 400.000 €, Steuer auf 800.000 € × 19 % StK I ≈ 152.000 €. Mit Schenkungen: Eltern schenken Jahr 1: 400.000 € (steuerfrei). Nach 10 Jahren weitere 400.000 € (wieder steuerfrei). Nach 20 Jahren weitere 400.000 € (wieder steuerfrei). Zusätzlich kann der zweite Elternteil parallel schenken – jedes Kind kann von jedem Elternteil 400.000 € erhalten. Bei 4 Kindern und 2 Eltern: 4 × 2 × 400.000 € = 3,2 Mio. € steuerfrei pro 10-Jahres-Zyklus. Für sehr vermögende Familien ist das das wichtigste Steuersparinstrument. **Sonderregelung Familienheim** (selbstgenutzt zu Lebzeiten geschenkt): Schenkung der selbstgenutzten Immobilie zwischen Ehegatten ist immer steuerfrei (kein Freibetrag-Verbrauch). **Wichtig zu beachten**: - Schenkung muss notariell beurkundet sein, wenn Grundbesitz übertragen wird - Schenkungs-Anzeige beim Finanzamt binnen 3 Monaten - Auch "stille" Schenkungen (z. B. zinsloser Familien-Kredit, Pflegeleistungen ohne Vergütung) sind erfasst und können bei Aufdeckung nachversteuert werden - Niederrangige Erbverzichte oder Pflichtteilsverzichte gegen Abfindung gelten ebenfalls als Schenkung Für mittelvermögende Familien (Vermögen unter 1 Mio. €) ist die Schenkungs-Strategie oft unnötig komplex. Ab etwa 800.000 € pro Erbgang lohnt sich strategische Schenkungsplanung.

Beispiel

Mutter schenkt der Tochter 2026 400.000 € steuerfrei. 2036 weitere 400.000 € steuerfrei. Damit 800.000 € ohne Schenkungsteuer übertragen, statt einer steuerpflichtigen Erbschaft mit 44.000 € Steuer.

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Verwandte Begriffe

Quellen

Veröffentlicht 1.2.2026 · Zuletzt aktualisiert 7.5.2026 · Numera Vision Redaktion