Ausführliche Erklärung
AC- und DC-Laden sind die zwei grundlegenden Lademethoden für E-Autos. Der Unterschied liegt darin, wo die Wandlung von Wechselstrom (öffentliches Netz) zu Gleichstrom (Akku) stattfindet.
**AC-Laden (Alternating Current)**: Das Auto bekommt Wechselstrom geliefert (z. B. von Wallbox oder öffentlicher AC-Säule). Im Auto sitzt ein "On-Board-Charger" (OBC), der den Wechselstrom in Gleichstrom wandelt. Die OBC-Leistung begrenzt die maximale AC-Ladeleistung:
- 1-phasig (Schuko-Steckdose): 2,3 kW max
- 1-phasig (3,7 kW Wallbox): 3,7 kW
- 3-phasig (11 kW Wallbox, Standard): 11 kW
- 3-phasig (22 kW Wallbox): 22 kW (nur wenn Auto-OBC das unterstützt)
Wichtig: Viele E-Autos haben nur 11-kW-OBC. Eine 22-kW-Wallbox bringt dann nichts. Modelle mit 22-kW-OBC: Renault Zoe, Tesla Model S/X mit Adapter, Audi e-tron, einige Mercedes-Modelle.
**DC-Laden (Direct Current)**: Die Säule wandelt extern. Der Strom geht direkt in den Akku. Limit ist die Akku-/Auto-Architektur:
- Mittelklasse 2026: 150–250 kW
- High-End (Hyundai Ioniq 6 mit 800-V-Architektur): 350 kW
- Tesla Supercharger V3: bis 250 kW
- Ionity HPC: bis 350 kW
Ladezeiten Vergleich (typisch von 10 % auf 80 % SoC, 75 kWh Akku):
- DC 150 kW: 18–25 min
- AC 11 kW: 4,5 Stunden
- AC 22 kW: 2,5 Stunden
- Schuko 2,3 kW: 22 Stunden
Kostenvergleich Mai 2026:
- DC HPC öffentlich: 50–80 ct/kWh
- AC öffentlich: 35–55 ct/kWh
- AC Heim (Hausstromtarif): 28 ct/kWh
- AC Heim (Wärmepumpen-Tarif für Auto): 22–25 ct/kWh
- AC Heim (PV-Eigenverbrauch): 8–12 ct/kWh effektiv
Der Hauptkosten-Hebel: AC-Heimladen mit eigenem Strom oder günstigem Tarif. DC-Laden ist nur für Langstrecken sinnvoll, wo Zeit kritisch ist.