Ausführliche Erklärung
Der Ladeverlust beschreibt die Differenz zwischen der vom Stromnetz bezogenen Energie und der tatsächlich im Fahrzeug-Akku gespeicherten Energie. Diese Verluste entstehen an mehreren Stellen: Wandlung von AC zu DC im Onboard-Charger, Widerstand in Kabeln, Hochvolt-Verteilung im Fahrzeug, Akku-Management-System (BMS), thermische Konditionierung der Batterie und Standby-Verbrauch.
Typische Ladeverluste je Lademethode (Mai 2026):
- DC-Schnellladen 50–250 kW: 8–12 %
- AC-Wallbox 11 kW: 10–15 %
- AC-Wallbox 22 kW (sofern Auto unterstützt): 8–12 %
- Schuko-Steckdose 2,3 kW: 18–25 %
- Notladekabel 1,4 kW: 22–28 %
Faustregel: Je höher die Ladeleistung, desto effizienter das Laden. Schuko-Laden ist die teuerste Variante – nicht wegen des Strompreises, sondern wegen der hohen Verluste. Wer 18 kWh ins Auto bekommen will, zahlt bei Schuko-Laden für 22 kWh.
Weitere Faktoren:
- **Ladestand (SoC)**: Über 80 % SoC laden Akkus deutlich langsamer und mit höheren Verlusten. Schnellladen von 80 auf 100 % dauert oft fast so lange wie 10–80 %.
- **Außentemperatur**: Im Winter müssen viele Akkus vor dem Schnellladen aufgewärmt werden – das kostet 1–3 kWh Vorkonditionierung.
- **Standby**: Ein Auto, das mehrere Stunden an der Wallbox steht (z. B. überm Tag im Büro mit nur 1 % Ladebedarf), verbraucht für BMS und Steuerung 50–200 W permanent.
Auf 100 km Fahrt mit 17 kWh Verbrauch und 12 % Ladeverlust ergibt sich ein realer Strombezug von 19,3 kWh. Bei einem Heimstrompreis von 28 ct/kWh sind das 5,40 €/100 km – statt 4,76 €/100 km, wenn man die Verluste ignoriert. Über 15.000 km Jahresfahrleistung macht das 100 € Differenz aus.