Ausführliche Erklärung
Der Autarkiegrad ist die zweite zentrale PV-Kennzahl neben der Eigenverbrauchsquote. Während die Eigenverbrauchsquote sich auf die Erzeugung bezieht, betrachtet der Autarkiegrad den Verbrauch: Wie viel Prozent des Stroms, den der Haushalt insgesamt verbraucht, kommt aus der eigenen Anlage? Beide Kennzahlen zusammen beschreiben das Wirtschaftlichkeits-Profil einer PV-Anlage vollständig.
Ein typisches Einfamilienhaus mit 10 kWp ohne Speicher erreicht 25–40 Prozent Autarkie, mit 8-kWh-Speicher 60–70 Prozent, mit Speicher plus Wärmepumpe und Wallbox 75–85 Prozent. Vollständige Autarkie (100 Prozent) ist in deutschen Lichtverhältnissen praktisch nicht erreichbar – im Winter (November–Februar) liefert eine PV nur 10–20 Prozent des Jahresertrags, während der Heizstrombedarf gerade dann hoch ist. Saisonal-Speicher (z. B. Wasserstoff) sind technisch möglich, aber für Privathaushalte nicht wirtschaftlich.
In der Praxis ist Autarkie ein psychologisch starkes, aber finanziell überschätztes Argument. Höhere Autarkie kostet überproportional, weil der zusätzliche Speicher- und Anlagenanteil immer seltener gebraucht wird. Wirtschaftlich sinnvoll bleiben in der Regel 50–70 Prozent Autarkie. Wer höhere Werte will, sollte das mit klarem Bewusstsein tun: als Beitrag zur Versorgungssicherheit, nicht primär als Investmentrendite.