Ausführliche Erklärung
Das Lastprofil beschreibt, wann und wie viel Strom verbraucht wird – typischerweise in 15-Minuten-Schritten über 24 Stunden, 7 Tage der Woche, 365 Tage im Jahr. Für PV-Anlagen ist das Lastprofil entscheidend, weil es die Eigenverbrauchsquote bestimmt: Solarstrom ist tagsüber verfügbar, der typische Haushaltsverbrauch hat Spitzen morgens und abends.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) veröffentlicht Standardlastprofile (SLP) für verschiedene Verbrauchstypen: H0 (Haushalt), G0 (Gewerbe), L0 (Landwirtschaft) usw. Diese Profile sind Mittelwerte und für die individuelle Planung nur grobe Anhaltspunkte. Wer es genau wissen will, lässt einen Smart Meter installieren, der jede 15-Minuten-Einheit aufzeichnet.
Typische Lastprofile in einem deutschen Vier-Personen-Haushalt:
- Single-Berufstätige: Niedriger Tagesverbrauch (200–400 W Standby), Abendspitze 19–22 Uhr (1.500–3.000 W). PV-Eigenverbrauchsquote ohne Speicher 15–25 %.
- Familie mit Kindern: Tagesverbrauch durch Hausarbeit, Spielzeug, Kühlgeräte; Spitze morgens 7–9 Uhr und abends 18–21 Uhr. PV-Eigenverbrauchsquote ohne Speicher 30–40 %.
- Homeoffice-Haushalt: Konstanter Verbrauch tagsüber durch PCs, Beleuchtung, Heizung-/Kühlung. Sehr hohe PV-Eigenverbrauchsquote 40–55 % ohne Speicher.
- Wärmepumpen-Haushalt: Hoher Strombedarf November–Februar (Heizung), niedriger Mai–September. Lastprofil ist saisonal, nicht nur tageszeitlich.
Für die Speicherauslegung gilt: Der Speicher sollte die Nacht-Lastspitze (z. B. 5 kWh zwischen 18 und 23 Uhr) abdecken. Größer ist selten wirtschaftlich. Smart-Meter-Daten der letzten 12 Monate sind die Grundlage für eine seriöse Speicher-Dimensionierung.