Ausführliche Erklärung
Die Eigenverbrauchsquote ist eine der zentralen Wirtschaftlichkeits-Kennzahlen jeder Photovoltaikanlage. Sie misst, wie viel des Solarstroms, den die eigene Anlage produziert, auch direkt im Haus genutzt wird – statt ins öffentliche Netz eingespeist zu werden. Eine hohe Eigenverbrauchsquote ist finanziell entscheidend, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde den vermiedenen Strompreis (Bestandskunden Mai 2026 ca. 32,8 ct/kWh laut BDEW) spart, während eingespeiste Kilowattstunden 2026 nur mit 7,78 ct/kWh (Überschusseinspeisung) bzw. 12,34 ct/kWh (Volleinspeisung) vergütet werden. Die Differenz von rund 20–25 Cent pro kWh ist der Eigenverbrauchs-Bonus.
In einem typischen Einfamilienhaus mit 10 kWp PV-Anlage und ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote bei etwa 25–35 Prozent – die übrigen 65–75 Prozent fließen ins Netz. Mit einem 8-kWh-Stromspeicher steigt sie auf 60–70 Prozent. Mit zusätzlichen Großverbrauchern wie Wärmepumpe, Wallbox oder elektrischer Warmwasserbereitung sind 70–80 Prozent realistisch. Der Wert hängt stark vom Lastprofil ab: Berufstätige mit Tagesabwesenheit haben niedrige Quoten, Familien mit Homeoffice oder Smart-Home-gesteuerten Großverbrauchern hohe.
Eine Eigenverbrauchsquote von 100 Prozent ist nicht das wirtschaftliche Optimum. Wer eine kleinere Anlage zur Maximierung des Eigenverbrauchs wählt, verzichtet auf Erträge größerer Anlagen mit niedrigerer Quote. Faustregel: Anlage so dimensionieren, dass der Jahresertrag etwa 100–150 Prozent des Jahresstrombedarfs deckt – bei moderater Eigenverbrauchsquote bleibt das Optimum aus Investition und Ertrag.