Ausführliche Erklärung
Der Hausanschluss ist die elektrische Schnittstelle zwischen dem Verteilnetz des Netzbetreibers und der Hausinstallation. In Deutschland sind drei Standardtypen verbreitet: 3 × 25 A (Kleinstanschluss in Altbauten und Wohnungen, ca. 17 kW), 3 × 35 A (Standard im Einfamilienhaus, ca. 24 kW) und 3 × 63 A (Vollanschluss, ca. 43 kW). Die Anschlusskapazität ist auf der Hauptsicherung im Zählerschrank ablesbar.
Für PV-Anlagen ist der Hausanschluss zentral relevant. Bis zu einer PV-Leistung von typisch 70 Prozent der Anschlusskapazität ist eine Erweiterung in der Regel ohne Netzbetreiber-Auflagen möglich. Bei größeren Anlagen oder Kombinationen mit Wärmepumpe (4–8 kW Leistungsaufnahme) und Wallbox (11 kW oder 22 kW) kommt es zu Engpässen. Eine 3-x-35-A-Anschluss kann rechnerisch nicht 11-kW-Wallbox + 8-kW-Wärmepumpe + 10-kW-PV gleichzeitig bedienen – auch wenn das real selten gleichzeitig läuft.
Lösungswege bei Engpässen:
1. Lastmanagement-System (z. B. SMA Sunny Home Manager, Loxone, EVCC, Home Assistant): Wallbox drosselt, wenn Wärmepumpe läuft. Funktioniert oft, ist aber installationsspezifisch.
2. Hausanschluss verstärken: Netzbetreiber baut neue Anschlussleitung, kostet je nach Aufwand 1.500–8.000 Euro.
3. Smart Meter Gateway gemäß §14a EnWG: Bei steuerbaren Verbrauchern (Wärmepumpe, Wallbox) garantiert der Netzbetreiber eine Mindestleistung von 4,2 kW; die Drosselung darf nur bei Engpässen erfolgen.
Der Hausanschluss-Engpass ist 2026 zunehmend Pain Point der Energiewende: Mehr Wärmepumpen, mehr E-Autos, mehr PV-Speicher belasten das Niederspannungsnetz, an dem viele Häuser angeschlossen sind. Der Netzausbau hinkt hinterher. Wer plant, mehrere Großverbraucher zu installieren, sollte die Anschlusskapazität früh prüfen lassen.