Vergleich · E-Mobilität

E-Auto vs. Verbrenner

Lohnt sich ein Elektroauto wirklich? TCO-Vergleich über 8 Jahre für E-Auto, Benziner und Diesel inkl. Wartung, Steuer und CO2.

Von Lukas Brenner · Energie- und Heiztechnik
Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert:
Option A

Elektroauto

Kosten: 30.00060.000 € Mittelklasse · CO2: 1.500 kg/J.
Ideal für
  • · Pendler mit Heimladestation
  • · Familien mit zweitem Auto
  • · PV-Besitzer
Option B

Verbrenner (Benziner / Diesel)

Kosten: 22.00045.000 € Mittelklasse · CO2: 2.700 kg/J.
Ideal für
  • · Vielfahrer auf Langstrecken ohne Heimladen
  • · Anhängerbetrieb
  • · Sehr ländliche Lagen

Quick-Verdict

Wenn pendler 20.000 km/jahr mit wallbox + pv: Elektroauto (Option A) oder Verbrenner (Benziner / Diesel) (Option B)?  Lies die Empfehlung pro Szenario weiter unten oder die ausführliche Conclusion am Seitenende.

Vergleichs-Tabelle

KriteriumElektroautoVerbrenner (Benziner / Diesel)Sieger
Anschaffung Mittelklasse30.000–55.000 €22.000–40.000 € Option B

Verbrenner sind im Schnitt 6.000–10.000 € günstiger in der Anschaffung.

Energiekosten / 100 km4–8 € (PV) / 10–14 € (Schnelllader)10–14 € Option A

Mit Heimladen oder PV ist E-Auto klar günstiger, an Schnellladern ähnlich oder teurer als Diesel.

Wartung pro Jahr~250 €~600 € Option A

Keine Ölwechsel, kein Auspuff, weniger Bremsbeläge (Rekuperation) – Wartung halbiert.

Kfz-Steuer0 € (bis 2030)150–500 € Option A

E-Autos sind bis 2030 von der Kfz-Steuer befreit, danach gilt Gewichtsbasis.

CO2 / km (real)~70 g/km (Strommix 2026)~150 g/km (Benzin) Option A

E-Auto ist in der Nutzung deutlich CO2-ärmer, mit grünem Strom geht es Richtung 30 g/km.

Reichweite Praxis300–450 km700–1.000 km Option B

Verbrenner haben deutlich mehr Reichweite und schnellere "Betankung" – relevant für Langstrecken.

Wertverlust 5 Jahre~50 % (volatil)~40 % Option B

E-Autos verlieren derzeit überdurchschnittlich, weil Modellwechsel und Akku-Garantien Unsicherheit erzeugen.

Elektroauto – Pro & Contra

Vorteile
  • Sehr niedrige Energiekosten (4–8 €/100 km mit eigener PV)
  • Kfz-Steuer-Befreiung bis 2030
  • Geringe Wartungskosten (kein Ölwechsel, weniger Verschleißteile)
  • Keine lokalen Emissionen
  • Steuerlicher Vorteil bei Dienstwagen (0,25 % Regelung)
Nachteile
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Reichweitenverlust im Winter (-20–30 %)
  • Lade-Infrastruktur in ländlichen Regionen lückenhaft
  • Wertverlust derzeit unsicher

Verbrenner (Benziner / Diesel) – Pro & Contra

Vorteile
  • Niedrigerer Anschaffungspreis
  • Hohe Reichweite ohne Pause (700+ km)
  • Tank-Infrastruktur überall
  • Etablierte Werkstätten
  • Geringerer Wertverlust (noch)
Nachteile
  • Hohe Energiekosten (10–14 €/100 km)
  • CO2-Emissionen 130–180 g/km
  • Kfz-Steuer steigt
  • Inspektions- und Wartungsaufwand
  • Werkstattkosten höher (Bremsen, Öl, Filter)

Typische Szenarien

Pendler 20.000 km/Jahr mit Wallbox + PV

Empfehlung: Elektroauto

Tägliche 80 km Pendelstrecke, Heimladen mit Solarstrom.

Über 8 Jahre TCO-Ersparnis von 12.000–18.000 € gegenüber Verbrenner. Energie kostet ~5 €/100 km, Wartung minimal.

Vertriebsmitarbeiter 40.000 km/Jahr Langstrecke

Empfehlung: Verbrenner (Benziner / Diesel)

Viel Autobahn, oft 600 km am Stück, kein verlässliches Heimladen.

Schnellladen ist teurer als Diesel, Pausen-Logistik komplex. Plug-in-Hybrid oder moderner Diesel hier oft besser.

Methodologie & Quellen

Kernformel

TCO = Kaufpreis − Restwert + (Energie + Wartung + Versicherung + Steuer) × Haltedauer

Annahmen

  • Stromverbrauch BEV: 18–22 kWh/100 km (kombiniert), 24–28 kWh im Winter.
  • Verbrauch Verbrenner: WLTP-Wert + 15 % Realbetrieb-Aufschlag.
  • Strompreis Haushalt 2026: ~36 ct/kWh, Wallbox-Tarif 28–32 ct, Schnelllader 55–79 ct.
  • Restwert BEV nach 4 Jahren: 45–55 % vom Neupreis (Marktbeobachtung 2024–2026).
  • THG-Quote: 60–120 €/Jahr je nach Anbieter (Marktpreis-Schwankung beachten).

Datenquellen

Methodologie zuletzt redaktionell geprüft: 08. Mai 2026

Häufige Fragen & Antworten

Alles, was du zu diesem Thema wissen musst.

Bei Heimladen mit Hausstromtarif (28 ct/kWh) und 18 kWh/100 km Verbrauch: ~5 €/100 km. Mit PV-Eigenverbrauch (10 ct effektiv): 1,80 €/100 km. An Schnellladern (Ionity, Tesla, EnBW): 50–80 ct/kWh, also 9–14 €/100 km – damit teurer als Diesel.
Aktuelle LFP- und NMC-Akkus halten 1.500–3.000 Vollzyklen, was 300.000–600.000 km entspricht. Garantie der Hersteller meist 8 Jahre / 160.000 km auf 70 % Restkapazität. Akkutausch nach 12+ Jahren möglich, Kosten 8.000–15.000 €.
Knapper geworden. Mit dem Auslaufen des Umweltbonus Ende 2023 ist die Anschaffung 4.500 € teurer. Über die Dienstwagen-Regelung (0,25 % statt 1 %) bleibt der Vorteil für Geschäftswagen erhalten. Im Privatkauf rechnet sich E-Auto bei hoher Fahrleistung und Heimladen weiterhin.
Reichweitenverlust 15–30 % bei –5 °C. Ein Auto mit 400 km WLTP-Reichweite schafft im Winter 280–340 km. Vorklimatisierung am Strom hilft. Wärmepumpen-Heizung im Auto reduziert Verlust deutlich gegenüber PTC-Heizung.
11 kW: 600–1.200 € Hardware, plus 600–2.000 € Installation (Stromkreis, Zähler). KfW-Zuschüsse für Privatpersonen sind ausgelaufen, in einzelnen Bundesländern existieren noch Programme. Insgesamt 1.500–3.500 € für eine sinnvolle Heimladelösung.

Fazit & Empfehlung

Die TCO-Bilanz E-Auto gegen Verbrenner kippt 2026 immer dann zugunsten des E-Autos, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: regelmäßiges Heimladen mit Wallbox, eine Fahrleistung über 12.000 km/Jahr und eine Behaltedauer von mindestens fünf Jahren. In dieser Konstellation kompensieren die niedrigeren Betriebskosten (Strom statt Sprit, halbierte Wartung, keine Kfz-Steuer) den höheren Anschaffungspreis innerhalb von vier bis fünf Jahren. Mit eigener PV-Anlage und Eigenverbrauch fällt der Punkt sogar schon nach drei Jahren – Solarstrom für 10 ct/kWh ergibt 1,80 € auf 100 km, eine Größenordnung, die kein Verbrenner erreicht. Hinzu kommt der Komfortgewinn (leise, sofortiges Drehmoment, Vorklimatisierung), den Skeptiker oft unterschätzen, und die Tatsache, dass die Wartungsintervalle deutlich länger sind. Es gibt aber Konstellationen, in denen der Verbrenner nüchtern betrachtet weiterhin die rationale Wahl ist. Wer regelmäßig mehr als 600 km am Stück fährt, in ländlichen Regionen ohne planbare Lade-Infrastruktur unterwegs ist oder schwere Anhänger zieht, wird mit einem modernen Diesel oder Plug-in-Hybrid besser beraten sein – speziell, weil Schnellladen an Autobahn-HPC-Säulen mit 50–80 ct/kWh teurer ist als Diesel. Auch wer das Auto nur als Zweit- oder Wochenendwagen mit < 8.000 km/Jahr nutzt, holt die Mehrinvestition in ein E-Auto kaum heraus. Die ehrlichste Empfehlung: Wer ein Stadt- oder Pendlerauto sucht und Heimladen kann, fährt mit dem E-Auto langfristig deutlich günstiger und sauberer; wer Langstrecken-Vielfahrer ist, sollte den Plug-in-Hybrid prüfen oder noch eine Verbrenner-Generation abwarten, bis Schnellladen flächig wirtschaftlicher wird.
Jetzt selbst durchrechnen
E-Auto Kosten Rechner
Total Cost of Ownership (TCO) für E-Autos berechnen

Quellen

Ähnliche Vergleiche