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Abfindung Rechner

Eine Abfindung ist steuerpflichtiges Arbeitsentgelt – sozialversicherungsfrei, aber voll zu versteuern. Weil die Summe in einem Jahr anfällt, treibt sie den Steuersatz nach oben. Die Fünftelregelung nach § 34 EStG dämpft diesen Effekt. Dieser Rechner zeigt dir beide Varianten nebeneinander.

Von Numera Vision · Finanz-Redaktion · Geld, Investieren, Steuern & Gehalt
Zuletzt aktualisiert:

Interaktiver Rechner

Alle Ergebnisse sind unverbindliche Schätzungen und ersetzen keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Maßgeblich sind deine persönlichen Verhältnisse und die jeweils aktuelle Gesetzeslage. Angaben ohne Gewähr.

Die Formel

Fünftelregelung: Steuer = 5 × [ Steuer auf (übriges Einkommen + Abfindung ÷ 5) − Steuer auf übriges Einkommen ]. Die Abfindung wird also rechnerisch auf fünf Jahre verteilt, ohne dass sich der Zufluss ändert. Ohne die Regelung wird die volle Abfindung im Zuflussjahr versteuert.

Warum ist das wichtig?

Seit 2025 wenden Arbeitgeber die Fünftelregelung nicht mehr in der Lohnabrechnung an. Auf dem Konto landet zunächst der Betrag nach voller Besteuerung – der Vorteil kommt erst über die Einkommensteuererklärung zurück. Wer das nicht weiß, plant mit einer Zahl, die so nie ankommt.

Beispielrechnung

Beispiel: 45.000 € übriges zu versteuerndes Einkommen und 30.000 € Abfindung. Ohne Fünftelregelung wird die volle Abfindung auf das Einkommen aufgeschlagen; mit der Regelung nur ein Fünftel – die daraus resultierende Mehrsteuer wird verfünffacht. Die Differenz ist dein Progressionsvorteil.

Warum eine Abfindung so hoch besteuert wirkt

Der deutsche Einkommensteuertarif ist progressiv: Je höher das Einkommen, desto höher der Satz auf jeden weiteren Euro. Eine Abfindung fällt geballt in einem Jahr an und schiebt das Einkommen dadurch in höhere Tarifzonen. Ohne Gegenmaßnahme zahlst du auf die Abfindung fast durchgehend den Grenzsteuersatz.

Genau dagegen wurde § 34 EStG geschaffen: Außerordentliche Einkünfte sollen nicht härter besteuert werden, nur weil sie in einem einzigen Jahr zufließen.

Was sich 2025 geändert hat

Bis einschließlich 2024 durfte der Arbeitgeber die Fünftelregelung direkt im Lohnsteuerabzug berücksichtigen. Diese Möglichkeit ist entfallen. Praktische Folge:

  • Die Auszahlung fällt niedriger aus als früher bei gleicher Bruttoabfindung.
  • Der Steuervorteil kommt erst mit dem Steuerbescheid – oft über ein Jahr später.
  • Ohne Einkommensteuererklärung bekommst du ihn gar nicht.

Wer die Abfindung fest verplant hat, sollte diese zeitliche Lücke einkalkulieren.

Was der Rechner nicht abbildet

Die Rechnung nutzt den Grundtarif und berücksichtigt weder Werbungskosten noch Sonderausgaben, Kinderfreibeträge oder Progressionsvorbehalt aus Lohnersatzleistungen. Gerade Arbeitslosengeld im selben Jahr verschiebt das Ergebnis spürbar, weil es den Steuersatz auf das übrige Einkommen anhebt. Das Ergebnis ist eine Orientierung, keine Steuerberatung.

Methodologie & Quellen

Kernformel

Netto = Brutto − Lohnsteuer − Soli − KiSt − KV − PV − RV − ALV (AN-Anteile)

Annahmen

  • KV-Beitrag 14,6 % paritätisch + Zusatzbeitrag Ø 2,9 %.
  • PV-Beitrag 3,6 %, kinderlose AN +0,6 % Zuschlag.
  • RV-Beitrag 18,6 %, ALV 2,6 % – jeweils paritätisch.
  • Steuerklassen: I/II/III/IV/V/VI – Berechnung mit aktuellen Programmablaufplänen des BMF.
  • Sachbezüge (Dienstwagen 1 %-Regel, BEV 0,25 %) in geldwerten Vorteil eingerechnet.

Datenquellen

Methodologie zuletzt redaktionell geprüft: 08. Mai 2026

Häufige Fragen (FAQ)

Wird die Fünftelregelung automatisch angewendet?

In der Lohnabrechnung seit 2025 nicht mehr. Der Arbeitgeber versteuert die Abfindung regulär; die Fünftelregelung machst du in der Einkommensteuererklärung geltend. Das Finanzamt prüft dabei von Amts wegen, ob sie günstiger ist – schlechter stellen kann sie dich nicht.

Sind auf eine Abfindung Sozialabgaben fällig?

Nein. Eine echte Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes ist beitragsfrei in der Sozialversicherung. Steuerpflichtig ist sie trotzdem in voller Höhe. Anders sieht es aus, wenn die Zahlung tatsächlich rückständigen Lohn oder Urlaubsabgeltung enthält – die sind beitragspflichtig.

Wann bringt die Fünftelregelung nichts?

Wenn dein übriges Einkommen schon im Spitzensteuersatz liegt. Dann wird auch das Fünftel mit demselben Satz besteuert, und die Verfünffachung ergibt exakt denselben Betrag. Der Vorteil ist am größten, wenn das laufende Einkommen niedrig ist – etwa bei einer Kündigung früh im Jahr.

Wirkt sich die Abfindung auf das Arbeitslosengeld aus?

Auf die Höhe nicht. Wird das Arbeitsverhältnis aber vorzeitig gegen Abfindung beendet, kann der Anspruch ruhen, bis die reguläre Kündigungsfrist abgelaufen wäre. Kläre das vor Unterschrift eines Aufhebungsvertrags mit der Agentur für Arbeit.

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