Warum eine Abfindung so hoch besteuert wirkt
Der deutsche Einkommensteuertarif ist progressiv: Je höher das Einkommen, desto höher der Satz auf jeden weiteren Euro. Eine Abfindung fällt geballt in einem Jahr an und schiebt das Einkommen dadurch in höhere Tarifzonen. Ohne Gegenmaßnahme zahlst du auf die Abfindung fast durchgehend den Grenzsteuersatz.
Genau dagegen wurde § 34 EStG geschaffen: Außerordentliche Einkünfte sollen nicht härter besteuert werden, nur weil sie in einem einzigen Jahr zufließen.
Was sich 2025 geändert hat
Bis einschließlich 2024 durfte der Arbeitgeber die Fünftelregelung direkt im Lohnsteuerabzug berücksichtigen. Diese Möglichkeit ist entfallen. Praktische Folge:
- Die Auszahlung fällt niedriger aus als früher bei gleicher Bruttoabfindung.
- Der Steuervorteil kommt erst mit dem Steuerbescheid – oft über ein Jahr später.
- Ohne Einkommensteuererklärung bekommst du ihn gar nicht.
Wer die Abfindung fest verplant hat, sollte diese zeitliche Lücke einkalkulieren.
Was der Rechner nicht abbildet
Die Rechnung nutzt den Grundtarif und berücksichtigt weder Werbungskosten noch Sonderausgaben, Kinderfreibeträge oder Progressionsvorbehalt aus Lohnersatzleistungen. Gerade Arbeitslosengeld im selben Jahr verschiebt das Ergebnis spürbar, weil es den Steuersatz auf das übrige Einkommen anhebt. Das Ergebnis ist eine Orientierung, keine Steuerberatung.