Ausführliche Erklärung
Eine Annuität ist eine gleichbleibende Zahlung, die ein Schuldner regelmäßig (meist monatlich) an die Bank leistet. Bei einer Annuität setzt sich jede Rate aus zwei Komponenten zusammen: dem Zinsanteil (auf die Restschuld) und dem Tilgungsanteil (Rückzahlung des Darlehens). Über die Zeit verschiebt sich das Verhältnis: Anfangs ist der Zinsanteil hoch und der Tilgungsanteil niedrig, am Ende umgekehrt.
Formel der Annuität: A = K × (q^n × (q − 1)) / (q^n − 1)
wobei K = Darlehen, q = 1 + Zinssatz, n = Laufzeit in Perioden
In der Praxis kalkuliert man eher andersherum: Anfängliche Annuität = Darlehen × (Zinssatz + Anfangstilgung). Bei 400.000 € Darlehen, 4 % Zins, 3 % Anfangstilgung: A = 400.000 × 7 % = 28.000 €/Jahr = 2.333 €/Monat.
Im ersten Monat beträgt der Zinsanteil 1.333 € (4 % × 400.000 / 12), der Tilgungsanteil 1.000 € (Rest). Mit jeder Tilgung sinkt die Restschuld, dadurch sinkt der Zinsanteil und der Tilgungsanteil steigt. Die Rate bleibt gleich – das ist der Vorteil der Annuität: Planungssicherheit.
Nach 10 Jahren Zinsbindung bei obigem Beispiel beträgt die Restschuld noch 297.000 € – also 25,8 % wurden in 10 Jahren getilgt. Die Anfangstilgung bestimmt, wie schnell das Darlehen abgezahlt ist:
- 1 % Anfangstilgung bei 4 % Zins: ~50 Jahre Vollrückzahlung
- 2 % Anfangstilgung bei 4 % Zins: ~32 Jahre
- 3 % Anfangstilgung bei 4 % Zins: ~23 Jahre
- 4 % Anfangstilgung bei 4 % Zins: ~18 Jahre
Faustregel: Bei aktuellen Zinsen (Mai 2026: 3,5–4,1 %) sollte die Anfangstilgung mindestens 2 %, besser 3 % betragen, um in vernünftiger Zeit schuldenfrei zu sein. Eine Volltilgung in der Zinsbindungsdauer (15–25 Jahre) ist die zinsrisikofreieste Variante.
Sondertilgungen sind in den meisten Annuitätendarlehen mit 5–10 % der Darlehenssumme pro Jahr ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Sie verkürzen die Laufzeit oder reduzieren die Restschuld zum Anschlussfinanzierungs-Zeitpunkt.