Ausführliche Erklärung
Sonderausgaben sind Aufwendungen, die weder Werbungskosten (beruflich) noch Betriebsausgaben (Selbstständige) sind, aber trotzdem das zu versteuernde Einkommen mindern. Sie sind in §10 EStG geregelt.
**Wichtige Sonderausgaben-Kategorien**:
1. **Vorsorgeaufwendungen**:
- Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (Basis-KV-Beitrag voll absetzbar)
- Pflegeversicherung
- Arbeitslosenversicherung (begrenzt)
- Berufsunfähigkeitsversicherung (begrenzt mit anderen Vorsorgen auf 1.900 € Single / 3.800 € Paare; Selbstständige: 2.800 €)
- Renten-Versicherungs-Beiträge: bis 100 % absetzbar (2025), Höchstbetrag 2026 ca. 29.344 € Single / 58.688 € Verheiratet (gekoppelt an BBG RV 101.400 €)
2. **Riester-Beiträge**: Bis 2.100 € pro Jahr als Sonderausgabe absetzbar (zusätzlich zu Zulagen).
3. **Spenden**: An steuerbegünstigte Empfänger bis 20 % der Einkünfte. Spenden über 20 % können vorgetragen werden.
4. **Kirchensteuer**: Voll absetzbar.
5. **Kinderbetreuungskosten**: 2/3 der Kosten, max. 4.000 €/Kind/Jahr, für Kinder unter 14 Jahren (oder Kinder mit Behinderung).
6. **Erstausbildung / Erststudium**: Bis 6.000 €/Jahr als Sonderausgabe (nur für die erste Ausbildung; danach ggf. Werbungskosten).
7. **Schulgeld** (Privatschule): 30 % bis max. 5.000 €/Kind/Jahr.
8. **Unterhalt** an geschiedene Partner: bis 13.805 €/Jahr (mit Zustimmung des Empfängers).
**Sonderausgaben-Pauschbetrag**: 36 €/Jahr Single bzw. 72 € Verheiratete. Wer keine echten Sonderausgaben angibt, bekommt diesen Mini-Betrag automatisch.
Vorsorgeaufwendungen sind für die meisten Arbeitnehmer der größte Sonderausgaben-Block. Bei einem Bruttoeinkommen von 60.000 € und gesetzlich Versicherten: KV-Beitrag ca. 5.300 € + PV ca. 1.080 € + RV-AN-Anteil ca. 5.580 € + ALV ca. 780 € = rund 12.700 € Vorsorgeaufwendungen.
Wer Riester (2.100 €) und Berufsunfähigkeit (~1.000 €) zusätzlich nutzt, holt nochmal 2.100–3.000 € als Sonderausgaben.