Ausführliche Erklärung
Inflation beschreibt die durchschnittliche Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs in einer Volkswirtschaft. Das Statistische Bundesamt erhebt monatlich Preise für rund 700 Produkte und Dienstleistungen und gewichtet sie nach typischen Konsumausgaben deutscher Haushalte. Daraus entsteht der Verbraucherpreisindex (VPI). Die Inflationsrate ist die prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat.
Deutsche Inflation Mai 2026 (zuletzt veröffentlicht):
- März 2026: 2,7 %
- April 2026: voraussichtlich 2,9 %
- Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel): 2,3 %
Historischer Kontext:
- 1990–2010: Durchschnittlich 1,8 % p.a.
- 2010–2020: 1,3 % (Niedrigzins, Disinflation)
- 2021: 3,1 %
- 2022: 7,9 % (Energiekrise)
- 2023: 5,9 %
- 2024: 2,2 %
- 2025: 2,5 %
Die EZB strebt eine Inflation von 2 % über den Mittelhorizont an. Werte über 2 % werden grundsätzlich mit Zinserhöhungen bekämpft, Werte unter 2 % mit Zinssenkungen. Die EZB-Leitzinsen liegen Mai 2026 bei 2,15 % (Hauptrefinanzierung) – als Zeichen, dass die Inflation noch nicht nachhaltig auf Zielwert gesenkt wurde.
Kernkomponenten des deutschen VPI:
- Wohnen, Energie: 26 %
- Verkehr: 13 %
- Nahrungsmittel: 11 %
- Freizeit, Kultur: 11 %
- Restaurants/Hotels: 5 %
- Gesundheit: 5 %
- Bekleidung: 4 %
- Übrige: 25 %
Für Privatanleger ist Inflation primär unter zwei Aspekten relevant:
1. **Realzins** (siehe oben): Nominale Zinsen werden durch Inflation entwertet. Tagesgeld bei 2,5 % minus 2,7 % Inflation = leicht negativer Realzins.
2. **Inflations-Schutz**: Aktien (Sachwerte), Immobilien (selbst genutzt) und Gold gelten als Inflationsschutz. Anleihen und Tagesgeld nicht.
Die aktuelle Phase erhöhter Inflation macht reale Vermögensplanung wichtiger als nominale Pläne. 100.000 € heute haben in 25 Jahren bei 2,5 % Inflation real nur 54.000 € Kaufkraft.