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ETF Sparplan Rechner

Die meisten ETF-Rechner im Internet lügen. Nicht absichtlich, aber durch Unterlassung. Sie zeigen dir eine glatte Kurve nach oben. Sie ignorieren die Steuer. Sie ignorieren die Inflation. Und sie ignorieren, dass 100.000 Euro in 30 Jahren nur noch die Kaufkraft von 50.000 Euro haben. Dieser Rechner von Numera Vision ist anders. Er ist ein Werkzeug für Rationalisten. Wir berechnen nicht nur, was auf dem Papier steht, sondern was dir real an Kaufkraft bleibt. Ob Altersvorsorge, Vermögensaufbau oder finanzielle Freiheit: Hier erhältst du die ungeschönte mathematische Wahrheit über deinen MSCI World oder FTSE All-World Sparplan.

Interaktiver Rechner

Die Formel

Kn = R * (q^n - 1) / (q - 1)

Warum ist das wichtig?

Nutze dieses Tool, um die "Rentenlücke" präzise zu beziffern. Verstehe den massiven Unterschied zwischen nominaler Rendite (Brutto) und realer Rendite (Netto-Kaufkraft). Simuliere, wie eine jährliche Steigerung deiner Sparrate (Dynamik) den Zinseszinseffekt exponentiell beschleunigt.

Beispielrechnung

Szenario: 25 Jahre alt, 300€ monatlich, 7% Rendite, 2% Dynamik. Ohne Dynamik: ca. 340.000€ nach 40 Jahren. Mit 2% Dynamik (Anpassung an Inflation): Über 520.000€. Der Unterschied liegt im Zinseszins der Erhöhungen.

Anleitung: Parameter verstehen statt blind tippen

Ein Rechner ist nur so gut wie die Daten, die du ihn fütterst ("Garbage In, Garbage Out"). Wer hier naiv "10% Rendite" und "0% Inflation" eingibt, rechnet sich reich, wird aber arm sterben. Gehen wir die kritischen Stellschrauben durch, die über deinen tatsächlichen Wohlstand entscheiden.

1. Die Sparrate und das "Pay Yourself First" Prinzip

Die Sparrate ist zu Beginn deiner Karriere wichtiger als der Zinssatz. Warum? Bei einem kleinen Depot (z.B. 5.000€) bringen 10% Rendite nur 500€. Wenn du aber deine Sparrate um 100€ im Monat erhöhst, sind das 1.200€ im Jahr.

Der Fehler vieler Anleger: Sie warten auf "ĂĽbriges Geld" am Monatsende. Die Profi-Strategie: Der ETF-Sparplan muss am 1. des Monats abgebucht werden. Behandle ihn wie eine Miete an dein zukĂĽnftiges Ich.

2. Die Dynamik (Dynamisierung) – Der Turbo

In unserem Tool findest du das Feld "Jährliche Erhöhung der Sparrate" (Dynamik). Das ist der meistunterschätzte Hebel überhaupt.
Wenn du heute 200€ sparst, sind diese 200€ in 10 Jahren aufgrund der Inflation vielleicht nur noch so viel wert wie heute 150€. Wenn du deine Sparrate nicht anpasst, sinkt deine reale Sparquote jedes Jahr.
Empfehlung: Stelle eine Dynamik von mindestens 2-3% ein. Idealerweise koppelst du die Sparrate an Gehaltserhöhungen: Jedes Mal, wenn du mehr verdienst, fließen 50% der Erhöhung direkt in den Sparplan.

3. Die Rendite-Erwartung (Nominal vs. Real)

Was trägst du bei "Zinssatz" ein? Der MSCI World hat historisch (letzte 40 Jahre) ca. 7-9% nominal gebracht.

  • Der Optimist: Rechnet mit 9%. (Gefährlich!)
  • Der Realist: Rechnet mit 7%. (Standard)
  • Der Skeptiker (oder: Der Inflations-Bereiniger): Rechnet mit 4-5%.

Warum 4%? Weil du damit die Inflation quasi schon "rausgerechnet" hast. Das Ergebnis, das dir dann angezeigt wird, entspricht der heutigen Kaufkraft. Das ist die ehrlichste Art zu rechnen.

Die Mathematik: Was passiert im Maschinenraum?

Um zu verstehen, warum der Zinseszins so mächtig ist, müssen wir unter die Haube schauen. Ein ETF-Sparplan ist mathematisch gesehen eine nachschüssige Ratenzahlung mit Zinseszins.

Die Formel für das Endkapital $K_n$ bei regelmäßiger Besparung setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

Gesamtkapital = Kapital_Start + Kapital_Sparraten

1. Der Zinseszins auf das Startkapital ($K_0$):
Geld, das schon da ist, wächst exponentiell.
$$K_{Start} = K_0 cdot (1 + p)^n$$

2. Die geometrische Reihe der Sparraten ($R$):
Hier wird es komplex. Jede Rate arbeitet unterschiedlich lang. Die erste Rate arbeitet 30 Jahre, die letzte nur einen Monat. Die Summenformel der geometrischen Reihe lautet:
$$K_{Raten} = R cdot rac{(1+p)^n - 1}{p}$$

Was bedeutet das fĂĽr dich?
Der Exponent $n$ (Jahre) ist die mächtigste Variable. Eine Verdopplung der Laufzeit führt nicht zu einer Verdopplung des Kapitals, sondern oft zu einer Vervierfachung oder mehr. Das ist der Grund, warum du unseren Zinseszins-Rechner nutzen solltest, um isoliert den Effekt der Zeit zu verstehen.

Realitäts-Check: Warum dein Depot weniger wert ist, als du denkst

Als unabhängige Analysten müssen wir Wasser in den Wein gießen. Die Million auf dem Depot-Auszug ist nutzlos, wenn ein Brot 10 Euro kostet. Hier sind die drei Faktoren, die an deinem Vermögen nagen (Vermögensvernichter).

1. Die Inflation (Der stille Dieb)

Bei einer durchschnittlichen Inflation von 2,5% halbiert sich deine Kaufkraft ca. alle 28 Jahre.
Das bedeutet: Wenn unser Rechner dir sagt, dass du im Jahr 2055 eine Million Euro hast, dann hat diese Million wahrscheinlich nur die Kaufkraft von heutigen 480.000 Euro.
Lösung: Nutze unseren Inflationsrechner, um ein Gefühl für Preise der Zukunft zu bekommen. Rechne bei deinen Sparzielen immer einen Puffer von 50% oben drauf.

2. Die Steuern (Der Partner Staat)

Deutschland bittet Anleger zur Kasse. Wenn du deine ETF-Anteile verkaufst, fällt Abgeltungssteuer an.

Die Rechnung:
Gewinn * 0,70 (Teilfreistellung Aktienfonds) * 0,26375 (Steuer inkl. Soli) = ca. 18,5% effektive Steuerbelastung auf Gewinne.

Klingt wenig? Bei 500.000€ Gewinn sind das fast 92.000€ Steuern, die an das Finanzamt gehen. Unser Rechner kann diese "Netto-Sicht" simulieren. Plane diese Steuerlast in deine Entnahmephase ein!

3. Die Kostenquote (TER)

ETFs sind günstig, aber nicht umsonst. Eine TER (Total Expense Ratio) von 0,2% klingt harmlos. Aber bei großen Summen und langen Laufzeiten "frisst" auch diese Gebühr zehntausende Euro vom Endkapital weg. Vermeide teure aktive Fonds (Ausgabeaufschlag 5%, TER 1,5%) – sie zerstören deine Rendite mathematisch fast garantiert.

4. Das Sequence-of-Returns Risiko

Der Rechner unterstellt eine lineare Entwicklung (jedes Jahr +7%). Die Börse funktioniert so nicht. Es kann sein, dass du 10 Jahre lang 10% machst, und genau in dem Jahr, in dem du in Rente gehst, crasht der Markt um 40%.
Wenn du dann verkaufen musst (Entnahme), vernichtest du Substanz.
Experten-Rat: Schichte wenige Jahre vor dem Ziel (Rente/Hauskauf) schrittweise in schwankungsarme Assets (Tagesgeld, Anleihen) um.

đź”— Vernetztes Finanzwissen: Dein Weg zur Strategie

Ein ETF-Sparplan ist das Fundament, aber nicht das ganze Haus. Nutze unsere spezialisierten Tools, um die Feinheiten zu planen:

Häufige Fragen (Deep Dive)

ETF Sparplan vs. Lebensversicherung?

Das ist ein ungleicher Kampf. Kapitalbildende Lebensversicherungen haben oft hohe Abschlusskosten (Provisionen) und Verwaltungskosten (2-3% p.a.). Ein ETF-Sparplan kostet oft nur 0,2% p.a. Über 30 Jahre macht dieser Kostenunterschied oft 30% bis 50% des Endvermögens aus. Der einzige Vorteil der Versicherung ist die steuerliche "Halbeinkünfteverfahren"-Regelung bei Auszahlung (unter Bedingungen) und die Langlebigkeitsgarantie. Für den Vermögensaufbau gewinnt der ETF fast immer mathematisch.

Was passiert, wenn der Markt crasht?

Für Sparplan-Nutzer ist ein Crash zu Beginn sogar gut! Du kaufst Anteile billiger ein ("Schlussverkauf an der Börse"). Du bekommst für deine 200€ Sparrate mehr Anteile. Wenn sich der Markt erholt, profitierst du von diesen günstig gekauften Anteilen überproportional. Ein Crash kurz vor der Rente ist das eigentliche Risiko.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist eine monatliche Einzahlung besser als eine Einmalanlage?

Statistisch gesehen: Nein. Der Markt steigt langfristig. Geld, das sofort im Markt liegt (Einmalanlage), arbeitet länger und erwirtschaftet mehr Zinsen als Geld, das erst in 5 Jahren eingezahlt wird. Der Sparplan ist jedoch für die meisten Menschen aus 'Cashflow-Gründen' alternativlos (man investiert das Gehalt) und psychologisch einfacher (Cost-Average-Effekt beruhigt in Krisen), auch wenn der mathematische Vorteil des Durchschnittskosteneffekts oft überschätzt wird.

Wie wirkt sich die Steuer auf meinen ETF-Sparplan aus?

Massiv. In Deutschland greift die Abgeltungssteuer (25% + Soli + ggf. Kirchensteuer) auf Gewinne. Dank der Teilfreistellung bei Aktien-ETFs (mind. 51% Aktienquote) sind 30% des Gewinns steuerfrei. Unser Rechner berücksichtigt das. Wichtig: Der Zinseszinseffekt wird durch die 'Vorabpauschale' während der Laufzeit leicht gebremst, die Endbesteuerung schlägt aber erst bei Verkauf zu Buche. Nutze den Steuer-Modus im Rechner!

Was bedeutet die 72er Regel beim Sparen?

Die 72er-Regel ist eine Faustformel zur Verdopplung des Kapitals. Teile 72 durch deine erwartete Rendite. Bei 7% Rendite (72 / 7) verdoppelt sich dein Geld ca. alle 10,2 Jahre – rein durch Zinseszins, ohne weitere Einzahlungen. Das zeigt, warum Zeit der wichtigste Faktor beim ETF-Sparen ist.

Thesaurierend vs. AusschĂĽttend: Was ist besser fĂĽr den Zinseszins?

Mathematisch ist der thesaurierende ETF (automatische Wiederanlage) im Vorteil, da du keine Transaktionskosten fĂĽr die Wiederanlage hast und den Steuerstundungseffekt maximal nutzt (obwohl die Vorabpauschale diesen Vorteil etwas verringert hat). AusschĂĽtter motivieren psychologisch, bremsen aber den Zinseszins, wenn du die Dividenden verkonsumierst statt sie zu reinvestieren.

Wie viel Inflation muss ich abziehen?

Die historische Inflation in der Eurozone/Deutschland liegt langfristig bei ca. 2,0% bis 2,5%. Um 'sicher' zu rechnen, solltest du von deiner nominalen Marktrendite (z.B. 7% beim MSCI World) einfach 2-3% abziehen. Rechne also lieber mit 4-5% Realrendite, um keine böse Überraschung bei der Kaufkraft zu erleben.

Lohnt sich ein ETF-Sparplan auch mit 25 Euro?

Ja, absolut. Nicht wegen der absoluten Summe (damit wirst du nicht Millionär), sondern wegen der Gewohnheitsbildung. Wer lernt, 25€ zu sparen, spart später auch 250€ oder 1.000€. Zudem: Auch 25€ über 40 Jahre bei 7% sind ca. 60.000€ Endkapital. Das ist besser als 0€ auf dem Girokonto.

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