Ausführliche Erklärung
Die TER (Total Expense Ratio) gibt die laufenden jährlichen Kosten eines Investmentfonds oder ETFs als Prozentsatz des Fondsvermögens an. Sie umfasst Verwaltungsgebühr, Depotbankgebühr, Indexlizenz, Wirtschaftsprüfer und alle Routine-Operationskosten. Nicht enthalten sind Transaktionskosten innerhalb des Fonds (Wertpapier-Käufe und -Verkäufe, ca. 0,1–0,5 % zusätzlich) und Performance-Fees bei aktiven Fonds.
Typische TER-Werte 2026:
- Welt-ETFs (MSCI World, FTSE All-World): 0,07–0,22 %
- MSCI ACWI ETFs: 0,20–0,40 %
- Faktor-ETFs (Quality, Value, Momentum): 0,30–0,50 %
- Themen-ETFs (KI, Wasser, Cybersecurity): 0,50–0,75 %
- Aktive Aktienfonds: 1,5–2,5 %
- Bauspar-Fonds, Misch-Fonds: oft 1,8–2,8 %
Die TER ist der wichtigste Hebel langfristiger Renditedifferenz. Über 30 Jahre Sparplan summiert sich der Unterschied zwischen 0,2 % und 1,7 % TER auf rund 25 % des Endvermögens.
Beispielrechnung: 200 €/Monat über 30 Jahre, 7 % Bruttorendite vor Kosten:
- ETF mit 0,2 % TER: Nettorendite 6,8 % → 244.000 € Endvermögen
- Aktiver Fonds mit 1,7 % TER: Nettorendite 5,3 % → 178.000 € Endvermögen
- Differenz: 66.000 € allein durch Kostenstruktur
Neben der TER sollten Anleger auf das Fondsdomizil achten: Irland-domizilierte ETFs (Suffix UCITS) sind für deutsche Sparer steuerlich günstiger, weil sie unter das deutsche Investmentsteuergesetz fallen und die Teilfreistellung von 30 % bei Aktien-ETFs greift.
Kritisch: Die TER unterschlägt die Tracking Difference (TD) – die reale Abweichung zwischen ETF-Rendite und Index. Manchmal ist die TD niedriger als die TER (durch Wertpapierleihe), manchmal höher. JustETF und ExtraETF veröffentlichen TD-Daten – sie sind die ehrlichste Kosten-Kennzahl.