Ausführliche Erklärung
Der Cost-Average-Effekt entsteht, wenn ein Anleger über längere Zeit hinweg regelmäßig denselben Geldbetrag in eine Anlage investiert (z. B. monatlich 200 € in einen ETF-Sparplan). Da der Kurs schwankt, werden bei niedrigen Kursen mehr Anteile gekauft, bei hohen Kursen weniger. Mathematisch ergibt sich ein "harmonischer Mittelwert" der Einstandspreise, der niedriger ist als der arithmetische Durchschnitt der Kurse.
Beispiel: Anleger investiert 200 € monatlich. Kurse Januar: 100 €, Februar: 80 €, März: 120 €.
- Januar: 200 / 100 = 2 Anteile
- Februar: 200 / 80 = 2,5 Anteile
- März: 200 / 120 = 1,67 Anteile
- Insgesamt: 6,17 Anteile für 600 € = Einstandspreis 97,29 €
Der arithmetische Durchschnitt der Kurse wäre 100 € (33 % über dem realen Einstand). Hätte der Anleger versucht, den Markt zu timen und alle 600 € im März zu 120 € investiert, hätte er nur 5 Anteile bekommen.
Wichtig: Der Cost-Average-Effekt ist psychologisch wertvoll, mathematisch aber kein Renditegarantie. Akademische Studien (z. B. Vanguard 2012) zeigen: Bei steigenden Märkten ist die Einmalanlage (Lump Sum) statistisch in 70 % der historischen Fälle besser als ein Sparplan. Der Sparplan glänzt vor allem bei volatilen oder fallenden Märkten und in der Psychologie: Anleger halten ihre Strategie auch in Crashes durch.
Für den deutschen ETF-Sparplan-Anleger ist der Cost-Average-Effekt deshalb der Hauptmotor des Vermögensaufbaus: Anlagedisziplin schlägt Markttiming. Wer 30 Jahre 200 €/Monat in einen Welt-ETF spart, baut bei 7 % p.a. rund 240.000 € Vermögen auf – unabhängig von Kurseinbrüchen unterwegs.