Ausführliche Erklärung
Die THG-Quote (Treibhausgas-Minderungsquote) ist ein gesetzliches Klimaschutz-Instrument: Mineralölunternehmen müssen ihre Treibhausgasemissionen jährlich um einen vorgegebenen Prozentsatz reduzieren (2024: 9,35 %, 2030: 25 %). Wer das nicht selbst schafft, muss Zertifikate kaufen – und genau diese Zertifikate können E-Auto-Halter verkaufen.
Wie funktioniert es:
1. Halter eines reinen E-Autos (BEV, kein Hybrid) hat pro Jahr eine pauschale CO2-Einsparung gegenüber dem statistischen Verbrenner-Durchschnitt. Diese Einsparung wird als CO2-Zertifikat angerechnet.
2. Spezialisierte Anbieter (Geld-für-eAuto, Carbonify, ADAC e-Charge, JuiceBoost u. a.) bündeln die Zertifikate und verkaufen sie an Mineralölfirmen.
3. Der Halter bekommt einen festen oder variablen Betrag ausbezahlt.
Auszahlungsbeträge 2026:
- Privat-Pkw (BEV): 200–400 € pro Jahr (volatil, marktabhängig)
- Leichte Nutzfahrzeuge (BEV): 350–600 €
- E-Bus, E-Lkw: 1.000–4.000 €
- Plug-in-Hybride: keine THG-Quote (BEV-only)
Die Höhe schwankt mit dem Marktpreis für CO2-Zertifikate. 2022 waren teilweise 350–450 € möglich, 2024 sank der Preis auf 80–150 € pro Jahr. Mai 2026 hat sich der Markt bei 200–350 € stabilisiert.
Prozess für E-Auto-Halter:
1. Anbieter auswählen (Vergleich lohnt sich, Differenzen 50–100 € pro Jahr)
2. Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) hochladen
3. Anbieter beantragt Zertifikate beim Umweltbundesamt
4. Auszahlung im Folgejahr (Q2/Q3)
Wichtige Regel: Pro Fahrzeug nur ein THG-Antrag pro Jahr. Wer wechselt, muss aufpassen, dass nicht doppelt eingereicht wird (Bußgeld). Das Auto muss in Deutschland zugelassen sein, der Halter Steuerinländer.
Die THG-Quote ist 2026 ein wichtiger Rückzahlungs-Posten in der TCO-Rechnung. Über 8 Jahre Behaltedauer summieren sich 1.600–3.200 € allein aus der THG-Quote – fast eine vollständige Wallbox-Investition.