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Anschlussfinanzierung Rechner

Nach zehn oder fünfzehn Jahren läuft die Zinsbindung aus – und für die verbleibende Restschuld braucht es eine neue Finanzierung. Dieser Rechner zeigt dir die künftige Monatsrate, wie viel nach der nächsten Zinsbindung noch offen ist und was ein Forward-Darlehen kostet, wenn du dir die Konditionen heute schon sichern willst.

Von Numera Vision · Immobilien-Redaktion · Immobilien, Haushalt & Alltag
Zuletzt aktualisiert:

Interaktiver Rechner

Alle Ergebnisse sind unverbindliche Schätzungen und ersetzen keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Maßgeblich sind deine persönlichen Verhältnisse und die jeweils aktuelle Gesetzeslage. Angaben ohne Gewähr.

Die Formel

Monatsrate = Restschuld × (Sollzins + Tilgung) ÷ 100 ÷ 12. Der Forward-Aufschlag wird auf den Sollzins addiert: Aufschlag = Vorlaufmonate × Aufschlag je Monat. Die Restschuld nach zehn Jahren ergibt sich aus der monatlichen Verrechnung von Zins und Tilgung bei gleichbleibender Rate.

Warum ist das wichtig?

Die zweite Finanzierungsrunde entscheidet oft mehr über die Gesamtkosten als die erste. Zwei Stellschrauben zählen: der Tilgungssatz – der bei gestiegenem Zinsniveau bewusst gewählt werden muss, weil die alte Rate sonst kaum noch tilgt – und der Zeitpunkt. Wer erst vier Wochen vor Ablauf anfängt zu vergleichen, verhandelt aus der schwächsten Position.

Beispielrechnung

Beispiel: 180.000 € Restschuld, 3,6 % Sollzins, 3 % Tilgung. Die Annuität liegt bei 6,6 % der Restschuld pro Jahr. Über zehn Jahre wird ein erheblicher Teil getilgt – wie viel genau, hängt stark am Tilgungssatz: Ein Prozentpunkt mehr Tilgung verkürzt die Gesamtlaufzeit um Jahre.

Prolongation, Umschuldung oder Forward?

Drei Wege führen aus der auslaufenden Zinsbindung:

  • Prolongation – du verlängerst bei der bisherigen Bank. Bequem, ohne neue Grundschuld, aber selten das beste Angebot, wenn du es nicht aktiv verhandelst.
  • Umschuldung – du wechselst den Anbieter. Es fallen Notar- und Grundbuchkosten für die Abtretung der Grundschuld an, dafür zählt der freie Marktzins.
  • Forward-Darlehen – du sicherst die Konditionen bis zu fünf Jahre im Voraus und zahlst dafür einen Zinsaufschlag je Vorlaufmonat.

Der Tilgungssatz ist die wichtigste Stellschraube

Bei der Erstfinanzierung war ein Prozent Tilgung in Niedrigzinszeiten üblich. Auf die Restschuld angewendet reicht das oft nicht mehr, um das Darlehen bis zum Ruhestand abzuzahlen. Faustregel für die Anschlussfinanzierung: Die Rate sollte mindestens so hoch bleiben wie bisher – bei gestiegenem Zins bedeutet das automatisch weniger Tilgung, also bewusst nachsteuern.

Prüfe außerdem, ob das neue Darlehen Sondertilgungen zulässt und ob der Tilgungssatzwechsel kostenfrei möglich ist. Beides kostet in der Regel nichts, verschafft aber Spielraum, wenn sich die Einkommenssituation ändert.

Was der Rechner vereinfacht

Gerechnet wird mit monatlicher Zinsverrechnung und konstanter Annuität über zehn Jahre. Nicht enthalten sind Bereitstellungszinsen, Kontoführungsgebühren, Sondertilgungen sowie die Notar- und Grundbuchkosten einer Umschuldung. Der Effektivzins eines konkreten Angebots kann deshalb abweichen – maßgeblich ist das Europäische Standardisierte Merkblatt (ESIS) deiner Bank. Dies ist keine Finanzberatung.

Methodologie & Quellen

Kernformel

Annuität = Darlehen × (Zins + Tilgung) ÷ 12; Restschuld nach n Jahren = Annuitätenformel

Annahmen

  • Grunderwerbsteuer-Sätze nach Bundesland: 3,5 % (BY/SN) bis 6,5 % (NRW/SH/BB/HE/SL).
  • Notar + Grundbuch: 1,5–2 % vom Kaufpreis (GNotKG).
  • Maklerprovision: 7,14 % geteilt (Käufer trägt 3,57 %), Hälftelung seit 2020 Pflicht.
  • Bauzins 2026: 3,3–4,0 % bei 10 J. Sollzinsbindung, 80 % Beleihung.
  • Mietrendite Brutto = Jahres-Kaltmiete ÷ Kaufpreis × 100; Netto zieht Bewirtschaftung 25–30 % ab.

Datenquellen

Methodologie zuletzt redaktionell geprüft: 08. Mai 2026

Häufige Fragen (FAQ)

Wann sollte ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?

Etwa drei Jahre vor Ablauf der Zinsbindung. Ab diesem Zeitpunkt sind Forward-Darlehen bei den meisten Banken verfügbar, und du hast Zeit, mehrere Angebote einzuholen. Das Prolongationsangebot deiner Hausbank kommt meist erst zwei bis drei Monate vorher – dann bleibt kaum noch Verhandlungsspielraum.

Was kostet ein Forward-Darlehen?

Die Bank verlangt einen Zinsaufschlag für jeden Monat Vorlaufzeit, üblicherweise im Bereich von wenigen Hundertstel Prozentpunkten pro Monat. Bei 24 Monaten Vorlauf summiert sich das auf einen spürbaren Aufschlag auf den Sollzins – der über die gesamte neue Zinsbindung läuft, nicht nur über die Vorlaufzeit.

Lohnt sich ein Forward-Darlehen?

Es ist eine Wette auf steigende Zinsen. Steigt das Zinsniveau stärker als der Aufschlag, hast du gewonnen; bleibt es gleich oder fällt es, hast du draufgezahlt. Wer die Rate kalkulatorisch nicht anheben könnte, kauft mit dem Aufschlag aber vor allem Planungssicherheit – und die hat unabhängig vom Zinsverlauf einen Wert.

Muss ich bei der bisherigen Bank bleiben?

Nein. Nach Ablauf der Zinsbindung kannst du frei zu einem anderen Anbieter wechseln. Die Grundschuld wird abgetreten – dafür fallen Notar- und Grundbuchkosten im niedrigen dreistelligen Bereich an, die ein besserer Zins meist um ein Vielfaches ausgleicht. Ein Umschuldungsangebot ist zudem das beste Argument gegenüber der Hausbank.

Kann ich nach zehn Jahren kündigen, obwohl die Zinsbindung länger läuft?

Ja. Nach § 489 BGB darfst du zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung mit sechs Monaten Frist kündigen – ohne Vorfälligkeitsentschädigung, unabhängig von der vereinbarten Zinsbindung. Bei einer 15- oder 20-jährigen Bindung ist das der Ausstieg, wenn die Zinsen zwischenzeitlich gefallen sind.

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