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EZB erhöht Leitzins erneut: Einlagesatz jetzt 2,50 Prozent

14. September 20266 Min. Lesezeit
EZB erhöht Leitzins erneut: Einlagesatz jetzt 2,50 Prozent

Der EZB-Rat hat am 10. September 2026 beschlossen, alle drei Leitzinssätze um 25 Basispunkte anzuheben – die zweite Erhöhung in diesem Jahr nach dem Schritt im Juni. Der Einlagesatz steigt auf 2,50 Prozent, ab dem 16. September 2026 gültig. Begründet wird der Schritt mit anhaltendem Preisdruck, den die Europäische Zentralbank auf den andauernden Nahost-Konflikt zurückführt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einlagesatz steigt von 2,25 auf 2,50 Prozent, gültig ab 16. September 2026.
  • Es ist die zweite Erhöhung 2026 nach dem Schritt im Juni; im Juli hatte die EZB pausiert.
  • Begründung: anhaltender Preisdruck durch den Nahost-Konflikt, Inflationsprognose 2026 bei 3,0 Prozent.
  • Kein festgelegter Zinspfad: Die EZB entscheidet weiterhin „von Sitzung zu Sitzung".

Die Zinsentscheidung im Überblick

Leitzins bisher (seit Juni 2026) neu (ab 16.09.2026)
Einlagesatz2,25 %2,50 %
Hauptrefinanzierungssatz2,40 %2,65 %
Spitzenrefinanzierungssatz2,65 %2,90 %
Quelle: Europäische Zentralbank, Monetary policy decisions, 10. September 2026.

Es ist bereits die zweite Anhebung des Jahres: Der EZB-Rat hatte die Leitzinsen schon am 11. Juni 2026 um 25 Basispunkte erhöht (Einlagesatz von 2,00 auf 2,25 Prozent), sie bei der folgenden Sitzung am 23. Juli 2026 aber zunächst unverändert gelassen.

Warum die EZB die Zinsen erhöht

Nach Angaben der EZB bleibt die Inflation im Euroraum wegen des andauernden Nahost-Konflikts länger erhöht als ursprünglich erwartet. Die neue Stabsprojektion geht von folgenden Werten aus:

Jahr Inflationsprognose (Gesamt) Wachstumsprognose (BIP)
20263,0 %0,9 %
20272,5 %1,4 %
20282,1 %1,5 %
Quelle: Europäische Zentralbank, geldpolitische Erklärung zur Pressekonferenz, 10. September 2026.

Die EZB betont, weiterhin „datenabhängig und von Sitzung zu Sitzung" zu entscheiden – ein fester Zinspfad für die kommenden Monate ist damit ausdrücklich nicht festgelegt.

Was das für Sparer bedeutet

Höhere Leitzinsen wirken sich in der Regel zeitversetzt auf Tages- und Festgeldkonditionen sowie auf die Verzinsung neuer Anleihen aus. Wer regelmäßig spart oder in ETFs investiert, für den bleibt der Zinseszinseffekt über die Anlagedauer der entscheidende Hebel – unabhängig vom aktuellen Leitzinsniveau.

Wie sich unterschiedliche Zinssätze und Anlagehorizonte auf das Endkapital auswirken, lässt sich im Zinseszins-Rechner direkt durchspielen. Für einen regelmäßigen ETF-Sparplan zeigt der ETF-Sparplan-Rechner, wie sich monatliche Raten über die Jahre entwickeln.

Was das für Kreditnehmer bedeutet

Bauzinsen folgen nicht direkt dem Leitzins, sondern vor allem den Renditen langlaufender Bundesanleihen – trotzdem gilt eine Leitzinserhöhung als tendenziell zinstreibendes Signal für die mittelfristigen Finanzierungskosten. Wer in den kommenden Jahren eine Anschlussfinanzierung braucht, für den lohnt sich ein Blick auf die eigene Zinsbindung schon jetzt.

Der Anschlussfinanzierungs-Rechner zeigt, wie sich eine neue Rate nach Ablauf der aktuellen Zinsbindung verändern könnte – inklusive Forward-Darlehen-Option. Und wer wissen will, wie schnell die eigene Immobilie bei aktuellem Zinsniveau entschuldet ist, findet im Tilgungsrechner den passenden Tilgungsplan.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der EZB-Leitzins jetzt genau?

Ab dem 16. September 2026 gilt ein Einlagesatz von 2,50 Prozent, ein Hauptrefinanzierungssatz von 2,65 Prozent und ein Spitzenrefinanzierungssatz von 2,90 Prozent.

Ist das schon die zweite Erhöhung in diesem Jahr?

Ja. Die erste erfolgte am 11. Juni 2026 (Einlagesatz von 2,00 auf 2,25 Prozent), die Sitzung am 23. Juli 2026 brachte noch keine Änderung.

Warum erhöht die EZB die Zinsen und senkt sie nicht?

Die EZB begründet den Schritt mit anhaltendem Inflationsdruck, den sie auf den andauernden Nahost-Konflikt zurückführt. Die aktuelle Stabsprojektion sieht die Inflation 2026 bei 3,0 Prozent – deutlich über dem Zielwert von 2 Prozent.

Wirkt sich das sofort auf Bauzinsen aus?

Nicht zwangsläufig und nicht unmittelbar. Bauzinsen orientieren sich vor allem an den Renditen langlaufender Bundesanleihen, die einen erwarteten Leitzinspfad oft schon vorwegnehmen.

Legt sich die EZB auf weitere Erhöhungen fest?

Nein. Der EZB-Rat betont ausdrücklich einen „datenabhängigen, von Sitzung zu Sitzung" geprägten Ansatz ohne festgelegten Zinspfad.

Fazit

Mit der zweiten Zinserhöhung des Jahres reagiert die EZB auf eine Inflation, die durch den Nahost-Konflikt hartnäckiger bleibt als erwartet. Für Sparer verbessert sich damit tendenziell die Aussicht auf bessere Tages- und Festgeldkonditionen, für Kreditnehmer mit anstehender Anschlussfinanzierung ist der Zeitpunkt ein Anlass, die eigene Zinsbindung frühzeitig zu prüfen. Ein fester Kurs für die kommenden Sitzungen ist damit aber nicht verbunden – die EZB hält sich alle Optionen offen.

Tags:EZBLeitzinsZinsenGeldpolitik2026
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