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Immobilien

Kaufpreisfaktor Rechner 2026

Der Kaufpreisfaktor (auch Multiplikator genannt) ist eine der wichtigsten Kennzahlen bei der Immobilienbewertung. Er zeigt, wie viele Jahresmieten für eine Immobilie verlangt werden. Dieser Rechner hilft dir, faire von überhöhten Preisen zu unterscheiden.

Von Numera Vision · Immobilien-Redaktion · Immobilien, Haushalt & Alltag
Zuletzt aktualisiert:

Interaktiver Rechner

Alle Ergebnisse sind unverbindliche Schätzungen und ersetzen keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Maßgeblich sind deine persönlichen Verhältnisse und die jeweils aktuelle Gesetzeslage. Angaben ohne Gewähr.

Die Formel

Kaufpreisfaktor = Kaufpreis / Jahresmiete | Je niedriger der Faktor, desto besser die Rendite

Warum ist das wichtig?

Ein Kaufpreisfaktor über 25 bedeutet: Die Immobilie kostet mehr als 25 Jahresmieten. Das ist oft zu teuer für eine vernünftige Rendite. Unter 20 ist attraktiv, unter 15 ist selten und sehr gut.

Beispielrechnung

Wohnung: 400.000€ Kaufpreis. Jahresmiete: 16.000€. Kaufpreisfaktor: 25. Bei Faktor 20 wäre der faire Preis: 320.000€. Differenz: 80.000€ überbewertet.

Kaufpreisfaktor: Die wichtigste Kennzahl für Immobilien

Der Kaufpreisfaktor ist die schnellste Methode, um zu prüfen, ob eine Immobilie fair bewertet ist. Er vergleicht Kaufpreis und Miete – unabhängig von Quadratmetern oder Ausstattung. Ein Blick auf den Faktor sagt mehr als 10 Gutachten.

Kaufpreisfaktor nach Regionen (Durchschnitt)

Teure Märkte (Faktor 25-35)

  • München: 30-35
  • Frankfurt: 25-30
  • Hamburg: 25-28
  • Stuttgart: 25-28

Renditeschwach, aber stabile Wertentwicklung

Renditestarke Märkte (Faktor 15-22)

  • Ostdeutschland: 15-20
  • Ruhrgebiet: 18-22
  • Ländliche Regionen: 16-22
  • Kleinstädte: 18-23

Höhere Rendite, aber höhere Risiken

Von Kaufpreisfaktor zu Rendite

Kaufpreisfaktor Bruttorendite Bewertung
15 6,7% Sehr attraktiv (selten)
20 5,0% Attraktiv
25 4,0% Durchschnitt (Großstädte)
30 3,3% Renditeschwach (Top-Lagen)

Wichtig: Faktor ist nicht alles

Ein niedriger Kaufpreisfaktor in einer strukturschwachen Region kann riskanter sein als ein hoher Faktor in einer wachstumsstarken Stadt. Betrachte immer auch Lage, Mietnachfrage und Infrastruktur.

Kaufpreisfaktor vs. Mietrendite

Kaufpreisfaktor und Mietrendite sind zwei Seiten derselben Medaille. Sie beschreiben beide das Verhältnis von Kaufpreis zu Miete, nur aus unterschiedlichen Perspektiven:

  • Kaufpreisfaktor: Wie viele Jahresmieten entspricht der Kaufpreis? (Faktor 20 = 20 Jahresmieten)
  • Mietrendite: Welche prozentuale Rendite erzielt man auf den Kaufpreis? (5% = 5% des Kaufpreises als Miete pro Jahr)

Umrechnung: Rendite = 100 / Kaufpreisfaktor. Bei Faktor 20 ergibt das 5% Rendite, bei Faktor 25 sind es 4%.

Der Kaufpreisfaktor ist intuitiver: Je niedriger, desto besser. Bei der Rendite muss man denken: Je höher, desto besser. Daher bevorzugen viele Investoren den Faktor.

Historische Entwicklung der Kaufpreisfaktoren

Die Kaufpreisfaktoren haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert:

  • 1990er Jahre: Faktoren von 10-15 waren in vielen Regionen üblich
  • 2000er Jahre: Steigerung auf 15-20 in den meisten Städten
  • 2010er Jahre: Explosion der Faktoren in Metropolen auf 25-35
  • 2020er Jahre: Stabilisierung auf hohem Niveau, teilweise leichte Korrekturen bei steigenden Zinsen

Diese Entwicklung spiegelt den allgemeinen Immobilienboom wider. Was früher als teuer galt (Faktor 20), ist heute in vielen Städten der Normalfall.

Kaufpreisfaktor in verschiedenen Immobilientypen

Der Faktor variiert je nach Art der Immobilie:

Immobilientyp Typischer Faktor Besonderheiten
Eigentumswohnung (Klein) 25-35 Hohe Nachfrage, geringe Rendite
Mehrfamilienhaus 18-25 Bessere Rendite, höherer Aufwand
Gewerbeimmobilie 12-20 Höhere Rendite, aber höheres Risiko
Studentenwohnung 20-28 Stabile Nachfrage, höherer Verwaltungsaufwand

Kritik am Kaufpreisfaktor

Der Kaufpreisfaktor ist eine nützliche Faustregel, aber er hat Grenzen:

  • Keine Berücksichtigung von Kosten: Instandhaltung, Verwaltung, Leerstand werden nicht einbezogen
  • Keine Wertentwicklung: Steigende oder fallende Immobilienpreise werden ignoriert
  • Keine Finanzierungskosten: Zinsen für Kredite fließen nicht ein
  • Statische Betrachtung: Mietsteigerungen oder -senkungen werden nicht berücksichtigt

Daher sollte der Kaufpreisfaktor immer zusammen mit anderen Kennzahlen (Nettorendite, Cashflow, Lageanalyse) betrachtet werden.

Kaufpreisfaktor in der Praxis anwenden

So nutzt du den Kaufpreisfaktor bei der Immobiliensuche:

  1. Marktdurchschnitt ermitteln: Recherchiere typische Faktoren für die gewünschte Region
  2. Exposés filtern: Sortiere Angebote mit zu hohem Faktor aus
  3. Verhandlungsbasis: Nutze den Faktor als Argument bei Preisverhandlungen
  4. Vergleich: Vergleiche verschiedene Objekte anhand des Faktors
  5. Risikoeinschätzung: Sei vorsichtig bei Faktoren unter 15 (Warum so günstig?)

Kaufpreisfaktor und Zinsentwicklung

Bei steigenden Zinsen werden hohe Kaufpreisfaktoren problematisch. Wenn der Kreditzins über der Mietrendite liegt, entsteht ein negativer Hebel:

  • Beispiel: Kaufpreisfaktor 25 (= 4% Rendite), Kreditzins 5%
  • Ergebnis: Du zahlst 5% Zinsen, bekommst aber nur 4% Miete
  • Folge: Negativer Cashflow, trotz "guter" Immobilie

Daher sollten bei höheren Zinsen nur noch niedrigere Kaufpreisfaktoren (unter 20) akzeptabel sein.

Fazit: Der Kaufpreisfaktor als Kompass

Der Kaufpreisfaktor ist ein unverzichtbares Werkzeug für jeden Immobilieninvestor. Er gibt schnell Orientierung und hilft, überhöhte Preise zu erkennen. Aber er ist nur ein Teil des Puzzles – eine fundierte Entscheidung erfordert immer die Betrachtung mehrerer Faktoren.

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Methodologie & Quellen

Kernformel

Annuität = Darlehen × (Zins + Tilgung) ÷ 12; Restschuld nach n Jahren = Annuitätenformel

Annahmen

  • Grunderwerbsteuer-Sätze nach Bundesland: 3,5 % (BY/SN) bis 6,5 % (NRW/SH/BB/HE/SL).
  • Notar + Grundbuch: 1,5–2 % vom Kaufpreis (GNotKG).
  • Maklerprovision: 7,14 % geteilt (Käufer trägt 3,57 %), Hälftelung seit 2020 Pflicht.
  • Bauzins 2026: 3,3–4,0 % bei 10 J. Sollzinsbindung, 80 % Beleihung.
  • Mietrendite Brutto = Jahres-Kaltmiete ÷ Kaufpreis × 100; Netto zieht Bewirtschaftung 25–30 % ab.

Datenquellen

Methodologie zuletzt redaktionell geprüft: 08. Mai 2026

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist ein guter Kaufpreisfaktor?

Unter 20 ist gut, unter 15 ist sehr gut. Über 25 ist kritisch für eine vernünftige Rendite. In Top-Lagen (München, Frankfurt) sind Faktoren von 30-35 üblich, aber renditeschwach. In ländlichen Regionen findest du oft Faktoren unter 20.

Was bedeutet der Kaufpreisfaktor?

Der Kaufpreisfaktor zeigt, wie viele Jahre Miete nötig wären, um den Kaufpreis zu amortisieren – ohne Kosten. Bei Faktor 25 bräuchtest du 25 Jahre Miete, um den Kaufpreis reinzubekommen. Ohne Instandhaltung, Leerstand, Verwaltung etc.

Kaufpreisfaktor vs. Mietrendite – was ist besser?

Beides sagt dasselbe aus, nur andersherum. Kaufpreisfaktor 20 = 5% Bruttorendite. Faktor 25 = 4% Bruttorendite. Der Kaufpreisfaktor ist intuitiver: Je niedriger, desto besser.

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