Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am 8. September 2026 die Zahlen zur Stromerzeugung im ersten Halbjahr 2026 veröffentlicht: 59,1 Prozent des in Deutschland erzeugten und ins Netz eingespeisten Stroms stammten aus erneuerbaren Quellen – mehr als je zuvor in einem ersten Halbjahr. Photovoltaik-Anlagen erzeugten dabei 41,0 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Wichtigste in Kürze
- Erneuerbare Energien erreichten 59,1 % der Stromerzeugung – Rekord für ein erstes Halbjahr.
- Windkraft wichtigster Energieträger mit 29,4 % Anteil.
- Photovoltaik wuchs absolut (+3,5 %), Anteil sank aber leicht auf 17,8 %.
- Grund: Windkraft legte mit +12,3 % noch stärker zu als Photovoltaik.
Die Zahlen im Überblick
- Gesamterzeugung: 230,6 Milliarden Kilowattstunden Strom wurden im 1. Halbjahr 2026 erzeugt und ins Netz eingespeist – 4,5 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2025.
- Erneuerbare Energien: 136,4 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 6,5 Prozent. Anteil an der Gesamterzeugung: 59,1 Prozent (Vorjahr: 58,0 Prozent).
- Windkraft: wichtigster Energieträger mit 67,7 Milliarden Kilowattstunden (+12,3 %), Anteil 29,4 Prozent (Vorjahr: 27,3 %).
- Photovoltaik: 41,0 Milliarden Kilowattstunden (+3,5 %), Anteil 17,8 Prozent der Gesamterzeugung (Vorjahr: 18,0 Prozent) – damit weiterhin drittwichtigster Energieträger.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 317 „Stromerzeugung im 1. Halbjahr 2026: 6,5 % mehr Strom aus erneuerbaren Energien", 8. September 2026.
Warum der PV-Anteil trotz Zuwachs leicht sinkt
Auffällig: Obwohl die Photovoltaik-Erzeugung absolut um 3,5 Prozent stieg, sank ihr Anteil an der Gesamterzeugung leicht von 18,0 auf 17,8 Prozent. Der Grund liegt nicht bei der Solarenergie selbst, sondern bei der Windkraft: Sie legte mit +12,3 Prozent deutlich stärker zu – nach Angaben von Destatis vor allem wegen eines außergewöhnlich windreichen ersten Quartals 2026. Im langfristigen Vergleich sei die Windstromerzeugung im 1. Halbjahr 2026 dagegen durchschnittlich ausgefallen.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 317, 8. September 2026.
Was bedeutet das für dich?
Für den Ertrag einer einzelnen Solaranlage sagt die bundesweite Statistik wenig aus – der eigene Ertrag hängt von Standort, Ausrichtung und Anlagengröße ab. Der Solaranlage-Rechner rechnet das für die eigene Anlage konkret durch, unabhängig von bundesweiten Trends.
Wer eine Anlage plant oder bereits betreibt, für den bleibt die Einspeisevergütung ein wichtiger Baustein neben dem Eigenverbrauch: Der Einspeisevergütungs-Rechner bildet die aktuell gültigen Sätze ab, unabhängig vom bundesweiten Erzeugungsmix.
Da mit wachsendem Photovoltaik- und Windanteil auch die Zeiten mit besonders günstigem oder sogar negativem Börsenstrompreis zunehmen, lohnt sich für Betreiber:innen zunehmend ein Blick auf die eigene Speicherlösung: Der PV-Speicher-Rechner zeigt, ob sich ein Batteriespeicher für die eigene Anlage wirtschaftlich rechnet.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung wirklich?
Im 1. Halbjahr 2026 lag er laut Destatis bei 59,1 Prozent der insgesamt in Deutschland erzeugten und eingespeisten 230,6 Milliarden Kilowattstunden.
Warum ist der Photovoltaik-Anteil leicht gesunken, obwohl mehr Solarstrom erzeugt wurde?
Weil die Windkraft im gleichen Zeitraum noch stärker zulegte (+12,3 % gegenüber +3,5 % bei Photovoltaik) und dadurch einen größeren Anteil an der insgesamt gewachsenen Gesamterzeugung übernahm.
Welcher Energieträger war am wichtigsten?
Windkraft mit 29,4 Prozent Anteil an der Gesamterzeugung, vor Photovoltaik mit 17,8 Prozent.
Wer hat die Zahlen veröffentlicht?
Das Statistische Bundesamt (Destatis) in seiner Pressemitteilung Nr. 317 vom 8. September 2026.
Sagt die Statistik etwas über meine eigene Solaranlage aus?
Nicht direkt. Sie beschreibt den bundesweiten Erzeugungsmix; der Ertrag einer einzelnen Anlage hängt von individuellen Faktoren wie Standort, Ausrichtung und Anlagengröße ab.
Fazit
Mit 59,1 Prozent erreichten erneuerbare Energien im 1. Halbjahr 2026 einen neuen Bestwert für ein erstes Halbjahr, angetrieben vor allem von einem windreichen ersten Quartal. Photovoltaik wuchs absolut weiter, verlor aber relativ leicht an Anteil, weil die Windkraft noch schneller zulegte. Für Betreiber:innen und Planer:innen einzelner Solaranlagen bleibt der bundesweite Trend vor allem ein Kontext – die konkrete Wirtschaftlichkeit entscheidet sich weiterhin an der eigenen Anlage.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Stromerzeugung im 1. Halbjahr 2026 – 6,5 % mehr Strom aus erneuerbaren Energien (Pressemitteilung Nr. 317, 8. September 2026)
- Presseportal: Stromerzeugung im 1. Halbjahr 2026 – 6,5 % mehr Strom aus erneuerbaren Energien
- ad-hoc-news: Deutschland steigert Stromproduktion – 59 Prozent aus Erneuerbaren
Numera Vision · Energie-Redaktion — Stand: 11. September 2026