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Strom & Solar

Einspeisevergütung Rechner

Jede erzeugte Kilowattstunde geht entweder ins Netz oder in den eigenen Verbrauch – und beide Wege sind unterschiedlich viel wert. Dieser Rechner teilt den Jahresertrag deiner Anlage auf, rechnet die Einspeisevergütung gegen die Ersparnis beim Eigenverbrauch und zeigt, um welchen Faktor die selbst verbrauchte Kilowattstunde die eingespeiste schlägt.

Von Numera Vision · Energie-Redaktion · Strom, Solar, Heizung & E-Mobilität
Zuletzt aktualisiert:

Interaktiver Rechner

Die Ergebnisse sind vereinfachte Schätzwerte auf Basis typischer Annahmen und können von deinen tatsächlichen Werten abweichen. Angaben ohne Gewähr.

Die Formel

Jahresertrag [kWh] = Anlagengröße [kWp] × spezifischer Ertrag [kWh/kWp]. Davon geht der Eigenverbrauchsanteil ab, der Rest wird eingespeist. Vergütung = eingespeiste kWh × Vergütungssatz. Ersparnis = eigenverbrauchte kWh × Strompreis. Der Hebel ist das Verhältnis aus Strompreis und Vergütungssatz.

Warum ist das wichtig?

Der Vergütungssatz liegt seit Jahren deutlich unter dem Strompreis. Damit hat sich die Logik der PV-Anlage umgedreht: Früher rechnete sie sich über die Einspeisung, heute über den Eigenverbrauch. Jede kWh, die du selbst nutzt statt sie einzuspeisen, ist beim aktuellen Verhältnis rund vier- bis fünfmal so viel wert.

Beispielrechnung

Beispiel: 10 kWp Anlage, 950 kWh je kWp, 30 % Eigenverbrauch. Der Jahresertrag liegt bei 9.500 kWh, davon 2.850 kWh Eigenverbrauch und 6.650 kWh Einspeisung. Bei 7,86 ct Vergütung und 35 ct Strompreis bringt die Einspeisung rund 523 € und der Eigenverbrauch rund 998 € – der kleinere Anteil liefert den größeren Ertrag.

Warum sich die Rechnung umgedreht hat

Als die Einspeisevergütung noch bei über 40 Cent lag, war die PV-Anlage eine Investition ins Netz. Heute liegt der Satz im einstelligen Cent-Bereich, während der Haushaltsstrompreis ein Vielfaches beträgt. Die Folge: Nicht die Größe der Anlage entscheidet über die Wirtschaftlichkeit, sondern der Anteil, den du selbst verbrauchst.

Wo der Eigenverbrauch herkommt

  • Grundlast – Kühlschrank, Router, Standby. Läuft ohnehin und wird tagsüber direkt gedeckt.
  • Verschiebbare Lasten – Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner. Kostet nichts außer einer Zeitschaltung.
  • Große Verbraucher – Wärmepumpe, Wallbox, Heizstab für Warmwasser. Der wirksamste Hebel, weil er den Überschuss in Mengen abnimmt, die sonst ins Netz gingen.
  • Batteriespeicher – verschiebt Abendverbrauch in die Sonnenstunden. Wirksam, aber von allen Optionen die teuerste je zusätzlich eigenverbrauchter Kilowattstunde.

Was der Rechner vereinfacht

Gerechnet wird mit einem festen Jahresertrag und einem festen Eigenverbrauchsanteil. Nicht enthalten sind Degradation der Module über die Jahre, jährliche Absenkung der Vergütungssätze für Neuanlagen, Wechselrichter-Verluste über den nominalen Wirkungsgrad hinaus, Verschattung sowie Betriebs- und Versicherungskosten. Für eine belastbare Prognose braucht es eine standortbezogene Ertragssimulation durch den Fachbetrieb.

Methodologie & Quellen

Kernformel

Ertrag = kWp × spez. Ertrag(Standort) × (1 − Systemverluste) × (1 − Degradation)^Jahr

Annahmen

  • Spezifischer Ertrag aus PVGIS-Datenbank der EU-Kommission (Standort-bezogen).
  • Systemverluste pauschal 14 % (Wechselrichter, Kabel, Verschmutzung, Mismatch).
  • Degradation 0,5 %/Jahr für aktuelle N-Type-Module.
  • Strompreis-Steigerung 3 %/Jahr (10-Jahres-Schnitt Bestandskunden DE).
  • Eigenverbrauchsquote ohne Speicher 30 %, mit Speicher 60–70 %.

Datenquellen

Methodologie zuletzt redaktionell geprüft: 08. Mai 2026

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange gilt der Vergütungssatz?

Der bei Inbetriebnahme geltende Satz ist für das Inbetriebnahmejahr plus 20 weitere Kalenderjahre garantiert. Was danach passiert, ist offen – in der Praxis läuft es auf eine Direktvermarktung zum Marktwert hinaus, der deutlich unter der bisherigen Vergütung liegt.

Teileinspeisung oder Volleinspeisung?

Bei Überschusseinspeisung nutzt du den Strom zuerst selbst und speist nur den Rest ein – das ist bei den heutigen Preisverhältnissen fast immer die bessere Wahl. Volleinspeisung wird höher vergütet und lohnt sich nur, wenn du kaum eigenen Verbrauch hast, etwa bei einer reinen Dachfläche ohne Wohnnutzung.

Wie erhöhe ich den Eigenverbrauchsanteil?

Ohne Speicher liegt er typischerweise bei 25 bis 35 Prozent. Ein Batteriespeicher hebt ihn auf 55 bis 70 Prozent. Deutlich günstiger sind Lastverschiebung – Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner tagsüber – sowie große Verbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox oder Warmwasser-Heizstab, die den PV-Überschuss direkt aufnehmen.

Muss ich die Einspeisevergütung versteuern?

Seit 2023 sind Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern von der Einkommensteuer befreit; umsatzsteuerlich gilt für die Lieferung solcher Anlagen der Nullsteuersatz. Damit entfällt für die meisten privaten Anlagen die frühere Steuerbürokratie – Details klärt die Steuerberatung.

Welcher spezifische Ertrag ist realistisch?

In Deutschland liegen 900 bis 1.050 kWh je kWp und Jahr im typischen Bereich. Nach Süden ausgerichtete Dächer mit rund 30 Grad Neigung erreichen die oberen Werte, Ost-West-Anlagen etwa 10 bis 15 Prozent weniger – dafür verteilen sie den Ertrag besser über den Tag, was dem Eigenverbrauch zugutekommt.

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