Das Statistische Bundesamt hat am 14. September 2026 neue Zahlen zur EU-SILC-Erhebung veröffentlicht: Rund 3,8 Millionen Menschen lebten 2025 nach eigenen Angaben in Haushalten, die mit Rechnungen von Versorgungsbetrieben – etwa Strom, Gas oder Wasser – im Rückstand waren. Das entspricht 4,6 Prozent der Bevölkerung, ein leichter Rückgang gegenüber 5,0 Prozent im Jahr zuvor. Deutlich wird dabei vor allem ein Unterschied: Mieterhaushalte sind fast doppelt so oft betroffen wie Eigentümerhaushalte.
Das Wichtigste in Kürze
- 3,8 Millionen Menschen (4,6 % der Bevölkerung) lebten 2025 in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Versorgern.
- Leichter Rückgang gegenüber 5,0 % im Jahr 2024.
- Mieterhaushalte (5,8 %) fast doppelt so oft betroffen wie Eigentümerhaushalte (3,3 %).
- Wohnungsnebenkosten +3,1 % im Jahresvergleich, Haushaltsenergie dagegen −0,7 %.
Die Zahlen im Überblick
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Betroffene Personen 2025 | 3,8 Millionen |
| Anteil an der Bevölkerung 2025 | 4,6 % |
| Anteil an der Bevölkerung 2024 | 5,0 % |
| Eigentümerhaushalte mit Zahlungsrückstand | 3,3 % |
| Mieterhaushalte mit Zahlungsrückstand | 5,8 % |
Die Differenz zwischen Eigentümer- und Mieterhaushalten ist damit größer als der Rückgang im Jahresvergleich: Wer zur Miete wohnt, trägt das Risiko von Zahlungsschwierigkeiten bei Versorgerrechnungen deutlich häufiger als wer im Eigentum lebt.
Woher die Zahlen stammen
Grundlage ist die Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC, früher „Leben in Europa") – die EU-weit vergleichbare Erhebung zu Einkommen, Armutsgefährdung und Lebensbedingungen. Seit 2020 läuft sie als Unterstichprobe im Mikrozensus, was die Stichprobe gegenüber der früheren freiwilligen Quotenstichprobe deutlich vergrößert und repräsentativer gemacht hat (Quelle: Destatis, EU-SILC-Methodenseite).
Wichtig für die Einordnung: Die Angaben beruhen auf der Selbsteinschätzung der befragten Haushalte, nicht auf Mahnungs- oder Inkassodaten der Versorger. Eine Aufschlüsselung nach Einkommen, Altersgruppe oder Bundesland liegt in dieser Pressemitteilung nicht vor.
Der Preiskontext: wo die Belastung herkommt
Destatis ordnet die Zahlungsrückstände in den aktuellen Preiskontext ein: Die Wohnungsnebenkosten lagen im August 2026 um 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert, während die Haushaltsenergie im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozent günstiger wurde. Die allgemeine Inflationsrate lag im August 2026 bei 2,9 Prozent (Quelle: Destatis, PM Nr. 320).
Dass die Haushaltsenergie im Schnitt günstiger wurde, die Wohnungsnebenkosten insgesamt aber stärker als die allgemeine Inflation stiegen, erklärt einen Teil des Bildes: Zahlungsschwierigkeiten entstehen selten an einem einzelnen Preis, sondern an der Summe aus Miete, Nebenkosten und Verbrauchsabrechnung.
Was bedeutet das für dich?
Wer selbst schon einmal eine Nachzahlung nicht kommen sah, ist mit dieser Erfahrung nicht allein – aber eine Nebenkostenabrechnung lässt sich vorab einordnen, statt sie erst bei Zustellung zu erleben. Der Nebenkostenabrechnung-Rechner zeigt, ob die eigenen Betriebskosten pro Quadratmeter im üblichen Rahmen liegen und wie hoch eine Nachzahlung realistisch ausfallen kann.
Für die laufenden Heizkosten lohnt sich ein Vergleich der Energieträger: Der Heizkosten-Vergleich stellt Öl, Gas und Wärmepumpe bei aktuellen Preisen gegenüber und zeigt, wo sich planbar sparen lässt.
Und wer vor einem Umzug steht oder die eigene Mietbelastung neu einordnen will, findet im Mietbudget-Rechner, wie viel Miete inklusive Nebenkosten realistisch aus dem eigenen Nettoeinkommen finanzierbar ist – bevor die Fixkosten zur Belastung werden.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen sind konkret betroffen?
3,8 Millionen Menschen lebten 2025 in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Versorgungsbetrieben, das entspricht 4,6 Prozent der Bevölkerung.
Sind Mieter oder Eigentümer stärker betroffen?
Mieterhaushalte deutlich stärker: 5,8 Prozent von ihnen hatten Zahlungsrückstände, bei Eigentümerhaushalten waren es 3,3 Prozent.
Hat sich die Lage gegenüber dem Vorjahr verbessert oder verschlechtert?
Leicht verbessert: Der Anteil sank von 5,0 Prozent im Jahr 2024 auf 4,6 Prozent im Jahr 2025.
Worauf beruhen die Zahlen?
Auf der EU-SILC-Erhebung, die seit 2020 als Unterstichprobe im Mikrozensus läuft. Die Angaben stammen aus der Selbsteinschätzung der befragten Haushalte, nicht aus Mahn- oder Inkassodaten der Versorger.
Gibt es Daten nach Einkommen oder Bundesland?
Diese Pressemitteilung enthält keine solche Aufschlüsselung. Destatis nennt nur die Differenzierung nach Wohnstatus (Eigentum vs. Miete).
Fazit
3,8 Millionen Menschen mit Zahlungsrückständen bei Versorgungsbetrieben sind ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr – aber die Kluft zwischen Mietern und Eigentümern bleibt groß. Wer zur Miete wohnt, trägt das Risiko fast doppelt so häufig. Angesichts weiter steigender Wohnungsnebenkosten bei gleichzeitig günstigerer Haushaltsenergie lohnt sich für alle, die eigene Kostenstruktur – Miete, Nebenkosten, Heizung – konkret durchzurechnen, statt sie erst bei der nächsten Abrechnung zu erfahren.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): 3,8 Millionen Menschen leben in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Versorgungsbetrieben (PM Nr. N063, 14. September 2026)
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), Methodenseite
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Inflationsrate im August 2026 bei +2,9 % (PM Nr. 320, 10. September 2026)
Numera Vision · Immobilien-Redaktion — Stand: 15. September 2026
