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Wohnungsbau: Genehmigungen 2026 weiter im Aufwind

19. September 20266 Min. Lesezeit
Wohnungsbau: Genehmigungen 2026 weiter im Aufwind

Das Statistische Bundesamt hat am 18. September 2026 die Baugenehmigungszahlen für Juli 2026 veröffentlicht: Im Juli wurden 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als im Juli 2025. Der eigentliche Befund liegt aber im Jahresverlauf: Von Januar bis Juli 2026 wurden 148.800 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich eine Erholung fort, die 2025 nach drei rückläufigen Jahren erstmals wieder einsetzte.

Das Wichtigste in Kürze

  • 148.800 Wohnungen genehmigt Januar–Juli 2026, ein Plus von 12,9 Prozent.
  • Dritter positiver Datenpunkt in Folge nach dem Tiefpunkt 2024 (niedrigster Stand seit 2010).
  • Zweifamilienhäuser +25,0 %, Mehrfamilienhäuser +15,1 %.
  • Trotz steigender Baupreise: +5,0 % im Mai 2026 gegenüber Vorjahr, Tempo nimmt zu.

Die Zahlen im Überblick

Kennzahl Juli 2026 Januar–Juli 2026
Genehmigte Wohnungen gesamt22.500148.800
Veränderung ggü. Vorjahreszeitraum+1,9 %+12,9 %
Neubau18.400 (+0,8 %)121.200 (+13,5 %)
Umbau bestehender Gebäude4.100 (+7,0 %)24.900 (+8,9 %)
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 330, 18. September 2026.

Innerhalb des Neubaus zeigt sich das stärkste Wachstum bei Zweifamilienhäusern (+25,0 % auf 8.900) und Mehrfamilienhäusern (+15,1 % auf 79.700), während Einfamilienhäuser um 9,7 Prozent auf 27.900 zulegten. Einzig Wohnheime gingen leicht zurück (−6,2 % auf 4.700).

Der Dreijahres-Kontext: vom Tiefpunkt zur Erholung

Um die Zahlen einzuordnen, lohnt der Blick auf 2025: Damals wurden 238.500 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 10,8 Prozent gegenüber 2024, das seinerseits mit 215.300 Genehmigungen den niedrigsten Stand seit 2010 markierte. Destatis vermerkte damals: „Damit stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2025 erstmals seit 2021 wieder an." (Quelle: Destatis, PM „10,8 % mehr Baugenehmigungen 2025").

Mit +12,9 Prozent im laufenden Jahr setzt sich diese Trendwende fort – der dritte Datenpunkt in Folge, der in dieselbe Richtung zeigt.

Warum das trotz steigender Baupreise passiert

Auffällig ist, dass die Genehmigungen zulegen, obwohl die Baukosten selbst weiter steigen: Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahreswert – nach 3,3 Prozent im Februar 2026, also mit zunehmendem Tempo. Rohbauarbeiten verteuerten sich um 4,9 Prozent, Ausbauarbeiten um 5,1 Prozent (Quelle: Destatis, PM Nr. 241).

Mehr Genehmigungen bei gleichzeitig steigenden Baupreisen bedeutet: Wer jetzt baut, kalkuliert offenbar trotz höherer Kosten mit einer tragfähigen Finanzierung – ein Hinweis darauf, dass sich die Rahmenbedingungen insgesamt wieder als planbarer einschätzen lassen als in den Rückgangsjahren zuvor.

Was bedeutet das für dich?

Wer selbst einen Neubau plant, sollte angesichts der weiter steigenden Baupreise genau durchrechnen, wie viel Haus sich mit dem eigenen Budget realistisch finanzieren lässt. Der Hausbudget-Rechner ermittelt aus Eigenkapital und gewünschter Rate den maximal tragfähigen Kaufpreis.

Für die laufende Finanzierung zeigt der Tilgungsrechner einen vollständigen Tilgungsplan – gerade bei steigenden Baupreisen lohnt sich ein genauer Blick auf Zins- und Tilgungshöhe, bevor die Finanzierung unterschrieben wird.

Und wer noch unentschlossen ist, ob sich Bauen oder Kaufen gegenüber Mieten überhaupt lohnt, findet im Kaufen-vs-Mieten-Rechner eine Gegenüberstellung auf Basis der eigenen Zahlen.

Häufige Fragen

Wie viele Wohnungen wurden im Juli 2026 genehmigt?

22.500 Wohnungen, 1,9 Prozent mehr als im Juli 2025.

Wie sieht der Trend über das gesamte Jahr 2026 aus?

Von Januar bis Juli 2026 wurden 148.800 Wohnungen genehmigt, 12,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem bereits positiven Jahr 2025.

War 2025 wirklich eine Trendwende?

Ja. 2025 stiegen die Baugenehmigungen laut Destatis erstmals seit 2021 wieder an, nach drei rückläufigen Jahren und dem niedrigsten Stand seit 2010 im Jahr 2024.

Werden Häuser trotz steigender Baupreise günstiger geplant?

Nein, im Gegenteil: Die Baupreise für Wohngebäude stiegen im Mai 2026 um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr – schneller als noch im Februar 2026 (+3,3 %). Die Genehmigungen steigen trotz, nicht wegen sinkender Kosten.

Welcher Gebäudetyp wächst am stärksten?

Zweifamilienhäuser mit +25,0 Prozent und Mehrfamilienhäuser mit +15,1 Prozent im Zeitraum Januar bis Juli 2026 gegenüber dem Vorjahr.

Fazit

Mit einem Plus von 12,9 Prozent bei den Baugenehmigungen setzt sich die 2025 begonnene Erholung des Wohnungsbaus 2026 beschleunigt fort – der dritte positive Datenpunkt in Folge nach dem Tiefpunkt von 2024. Bemerkenswert ist, dass dieser Aufwind trotz spürbar steigender Baupreise stattfindet. Für alle, die selbst bauen oder kaufen wollen, heißt das: Die Nachfrage zieht an, aber die Kostenkalkulation bleibt der entscheidende Faktor.

Tags:BaugenehmigungenWohnungsbauDestatisImmobilien2026
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