Das Statistische Bundesamt hat am 18. September 2026 die Erzeugerpreise für August 2026 veröffentlicht: Erdgas in der Verteilung kostete 7,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Strom 1,7 Prozent mehr. Gleichzeitig zeigt der bereits am 10. September veröffentlichte Verbraucherpreisindex für denselben Monat das genaue Gegenteil – Erdgas 2,9 Prozent günstiger, Strom sogar 5,5 Prozent günstiger für Endkunden. Beide Preisebenen laufen damit spürbar auseinander.
Das Wichtigste in Kürze
- Erzeugerpreis Erdgas August 2026: +7,5 % zum Vorjahr – Verbraucherpreis dagegen -2,9 %.
- Erzeugerpreis Strom: +1,7 % – Verbraucherpreis dagegen -5,5 %.
- Nur bei Fernwärme laufen beide Ebenen gleich: -0,5 % (Erzeuger) bzw. -1,0 % (Verbraucher).
- Destatis selbst bezeichnet Erzeugerpreise als Frühindikator für künftige Verbraucherpreise – ohne festen Zeitverzug zu nennen.
Die Schere im Überblick
| Energieträger | Erzeugerpreis ggü. Vorjahr | Verbraucherpreis ggü. Vorjahr |
|---|---|---|
| Erdgas | +7,5 % | -2,9 % |
| Strom | +1,7 % | -5,5 % |
| Fernwärme | -0,5 % | -1,0 % |
Bei Erdgas und Strom zeigt sich damit eine gegenläufige Entwicklung von jeweils rund 10 Prozentpunkten Abstand zwischen den beiden Preisebenen. Nur bei Fernwärme bewegen sich Erzeuger- und Verbraucherpreis in dieselbe Richtung und in ähnlicher Größenordnung.
Was der Erzeugerpreisindex überhaupt misst
Der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte erfasst laut Destatis Preisänderungen „in einer frühen Phase des Wirtschaftsprozesses" – also auf der Handelsstufe zwischen Unternehmen, bevor Energie beim Endkunden ankommt. Der Verbraucherpreisindex misst dagegen, was private Haushalte tatsächlich zahlen. Destatis selbst führt Erzeugerpreisindizes als Indikatoren für künftige Inflationstendenzen, ohne dabei einen festen zeitlichen Vorlauf zu beziffern.
Eine belastbare Prognose, wann und ob sich der Anstieg bei Erdgas und Strom auf Erzeugerebene in den Verbraucherpreisen niederschlägt, lässt sich aus den vorliegenden Zahlen nicht ableiten – Destatis nennt dafür ausdrücklich keine Frist. Die Differenz zeigt aber, dass Endkundenpreise derzeit von Faktoren abgeschirmt sind, die auf vorgelagerten Handelsstufen bereits spürbar sind, etwa durch Vorlaufverträge und Beschaffungsstrategien der Versorger.
Was bedeutet das für dich?
Wer aktuell zwischen Heizungsarten abwägt, sollte sich nicht allein auf die derzeit günstigen Verbraucherpreise verlassen: Der Heizkosten-Vergleich stellt Gas, Öl und Wärmepumpe auf Basis aktueller Preise gegenüber – und lässt sich bei einer Preisänderung schnell neu durchrechnen.
Wer über eine Wärmepumpe nachdenkt, für den ist das Verhältnis von Strom- zu Gaspreis entscheidend: Der Wärmepumpe-Rechner zeigt, ab welchem Preisverhältnis sich die Anschaffung gegenüber einer Gasheizung amortisiert – und wie empfindlich diese Rechnung auf Preisänderungen reagiert.
Und wer die eigene Nebenkostenabrechnung im Blick behalten will, findet im Nebenkostenabrechnung-Rechner eine Einordnung, ob die abgerechneten Heiz- und Betriebskosten pro Quadratmeter im üblichen Rahmen liegen.
Häufige Fragen
Werden Gas und Strom für Verbraucher jetzt teurer oder günstiger?
Aktuell (Stand August 2026) laut Verbraucherpreisindex günstiger: Erdgas -2,9 %, Strom -5,5 % gegenüber dem Vorjahr. Auf der vorgelagerten Erzeugerebene sind beide Energieträger dagegen bereits teurer geworden.
Was bedeutet „Erzeugerpreis" genau?
Der Preis, den Unternehmen sich untereinander in Rechnung stellen – auf einer frühen Handelsstufe, bevor Energie beim Endkunden ankommt. Er unterscheidet sich vom Verbraucherpreis, den private Haushalte zahlen.
Heißt die Erzeugerpreis-Entwicklung, dass Gas und Strom bald teurer werden?
Destatis führt Erzeugerpreise als Frühindikator für künftige Inflation, nennt aber keine feste Frist, wann sich das in Verbraucherpreisen niederschlägt. Eine verlässliche Prognose lässt sich aus den vorliegenden Zahlen nicht ableiten.
Wie stark unterscheiden sich Erzeuger- und Verbraucherpreis bei Fernwärme?
Deutlich weniger stark als bei Gas und Strom: -0,5 Prozent auf Erzeugerebene stehen -1,0 Prozent auf Verbraucherebene gegenüber – beide Werte bewegen sich in dieselbe Richtung.
Woher stammen die beiden Vergleichszahlen?
Aus zwei unterschiedlichen Destatis-Erhebungen: dem Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte (PM Nr. 328, 18. September 2026) und dem Verbraucherpreisindex (PM Nr. 320, 10. September 2026) – beide für den Berichtsmonat August 2026.
Fazit
Erdgas und Strom sind für Verbraucher im August 2026 günstiger geworden – auf der vorgelagerten Erzeugerebene sind beide Energieträger im selben Monat bereits teurer geworden, um jeweils rund 10 Prozentpunkte gegenläufig. Ob und wann sich das auf der Rechnung der Haushalte niederschlägt, lässt sich aus den amtlichen Zahlen nicht ableiten. Wer seine Heizkosten plant, sollte die aktuell günstigen Verbraucherpreise deshalb nicht unbesehen fortschreiben.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Erzeugerpreise im August 2026: +4,6 % gegenüber August 2025 (PM Nr. 328, 18. September 2026)
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Inflationsrate im August 2026 bei +2,9 % (PM Nr. 320, 10. September 2026)
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte – Methodik und Einordnung als Frühindikator
Numera Vision · Energie-Redaktion — Stand: 28. September 2026
