Das Statistische Bundesamt hat am 21. September 2026 die Fahrgastzahlen im Personenverkehr für das 1. Halbjahr 2026 veröffentlicht: 5,7 Milliarden Menschen nutzten Busse und Bahnen im Nahverkehr, ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der eigentliche Befund liegt aber im Trend: Das Wachstum verlangsamt sich seit der Einführung des Deutschlandtickets kontinuierlich – von 6 Prozent im 1. Halbjahr 2024 über 1 Prozent 2025 auf jetzt 2 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze
- 5,7 Milliarden Fahrgäste im ÖPNV im 1. Halbjahr 2026, ein Plus von 2 Prozent.
- Wachstum flacht ab: 6 % (2024) → 1 % (2025) → 2 % (2026).
- Deutschlandticket seit Januar 2026 bei 63 Euro, gegenüber 49 Euro beim Start 2023.
- Eisenbahnfernverkehr −3 % (Wetter), Busfernverkehr dagegen +10 %.
Die Zahlen im Überblick
| Verkehrsart | Fahrgäste 1. Halbjahr 2026 | Veränderung ggü. Vorjahr |
|---|---|---|
| ÖPNV gesamt | 5,7 Mrd. | +2 % |
| Busse (Nahverkehr) | 2,7 Mrd. | +2 % |
| Straßenbahnen | rund 2 Mrd. | +1 % |
| Eisenbahnen (Nahverkehr) | 1,4 Mrd. | +1 % |
| Eisenbahnfernverkehr | 69 Mio. | −3 % |
| Busfernverkehr | 5,4 Mio. | +10 % |
Der Rückgang im Eisenbahnfernverkehr wird laut Destatis mit witterungsbedingten Beeinträchtigungen im ersten Quartal 2026 erklärt – während der Busfernverkehr mit +10 Prozent deutlich zulegte.
Der Deutschlandticket-Effekt lässt nach
Drei Jahre nach Einführung des Deutschlandtickets fällt der Zuwachs im Nahverkehr inzwischen deutlich geringer aus als im Einführungsjahr: 6 Prozent im 1. Halbjahr 2024, dann nur noch 1 Prozent 2025, jetzt 2 Prozent 2026. Destatis bezeichnet den aktuellen Anstieg selbst als „gering".
Zeitgleich ist der Preis des Tickets kontinuierlich gestiegen: Bei der Einführung am 1. Mai 2023 kostete es 49 Euro im Monat, finanziert unter anderem durch 1,5 Milliarden Euro Bundesmittel jährlich von 2023 bis 2025 (Quelle: Deutscher Bundestag). Seit Januar 2026 liegt der Preis bei 63 Euro im Monat, bei aktuell rund 14,5 Millionen Nutzer:innen (Quelle: Bundesregierung).
Die Kombination aus abflachendem Fahrgastwachstum und steigendem Preis wirft die Frage auf, wie stark das Ticket heute noch als Wachstumstreiber wirkt – verglichen mit dem Sprung im Einführungsjahr.
Was bedeutet das für dich?
Wer regelmäßig pendelt, kann die eigene Entscheidung zwischen Auto und ÖPNV konkret durchrechnen: Der Spritkosten-Rechner zeigt, was die tägliche Fahrt mit dem eigenen Auto tatsächlich kostet – zum Vergleich mit den mittlerweile 63 Euro im Monat für das Deutschlandticket.
Unabhängig vom Verkehrsmittel lohnt sich außerdem ein Blick auf die Pendlerpauschale: Der Pendlerpauschale-Rechner berechnet die Entfernungspauschale und die daraus resultierende Steuerersparnis – sie gilt für den Arbeitsweg unabhängig davon, ob mit dem Auto, dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln gependelt wird.
Wer stattdessen weiterhin auf das eigene Auto setzt, findet im Kfz-Steuer-Rechner eine schnelle Einordnung der laufenden Steuerlast nach Hubraum und CO₂-Ausstoß.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen nutzten den ÖPNV im 1. Halbjahr 2026?
5,7 Milliarden Fahrgäste, ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2025.
Wächst das Deutschlandticket noch so stark wie zu Beginn?
Nein. Der Zuwachs sank von 6 Prozent im 1. Halbjahr 2024 auf 1 Prozent 2025 und liegt jetzt bei 2 Prozent – deutlich unter dem Einführungseffekt.
Wie viel kostet das Deutschlandticket aktuell?
Seit Januar 2026 kostet es 63 Euro im Monat – gegenüber 49 Euro beim Start im Mai 2023.
Warum ist der Eisenbahnfernverkehr zurückgegangen?
Destatis nennt witterungsbedingte Beeinträchtigungen im ersten Quartal 2026 als Grund für den Rückgang um 3 Prozent.
Wer entscheidet über den Preis des Deutschlandtickets?
Die Verkehrsminister:innen der Bundesländer, da der öffentliche Nahverkehr in Deutschland Ländersache ist – nicht der Bund.
Fazit
5,7 Milliarden Fahrgäste im ÖPNV sind ein solider Wert, aber das Wachstum flacht deutlich ab: von 6 Prozent im Einführungsjahr des Deutschlandtickets auf jetzt 2 Prozent – bei gleichzeitig von 49 auf 63 Euro gestiegenem Preis. Für die eigene Pendelentscheidung bleibt trotzdem der Vergleich der tatsächlichen Kosten entscheidend, nicht der bundesweite Trend.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Personenverkehr im 1. Halbjahr 2026: 2 % mehr Fahrgäste in Bussen und Bahnen (PM Nr. 333, 21. September 2026)
- Bundesregierung: Deutschlandticket – Fragen und Antworten
- Deutscher Bundestag: Bundestag macht Weg frei für das Deutschlandticket (16. März 2023)
Numera Vision · Energie-Redaktion — Stand: 22. September 2026
