Das Statistische Bundesamt hat am 25. September 2026 gemeldet: Zum Jahresende 2025 bezogen rund 1,3 Millionen Haushalte Wohngeld – 90.000 bzw. 7,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sowohl die Zahl der Wohngeldhaushalte als auch die Wohngeldausgaben erreichten damit den höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe 2005. Bemerkenswert: Die nächste reguläre Erhöhung des Wohngeldes steht laut Bundesbauministerium erst zum 1. Januar 2027 an – der Anstieg 2025 kam allein über mehr Berechtigte zustande.
Das Wichtigste in Kürze
- Wohngeldhaushalte Ende 2025: 1,3 Millionen, +7,2 % ggü. 2024 – Höchststand seit 2005.
- Wohngeldausgaben: 4.992 Mio. €, +6,4 % ggü. 2024.
- Durchschnittlicher monatlicher Anspruch: 296 €, +3,1 %.
- Die nächste reguläre Wohngeld-Erhöhung ist erst zum 1. Januar 2027 fällig.
Die Zahlen im Überblick
| Kennzahl | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Wohngeldhaushalte | ~1,21 Mio. | 1,3 Mio. (+7,2 %) |
| Anteil an allen Haushalten | 3,0 % | 3,2 % |
| Wohngeldausgaben | 4.689 Mio. € | 4.992 Mio. € (+6,4 %) |
| Ø monatlicher Anspruch/Haushalt | ~287 € | 296 € (+3,1 %) |
Von den 1,3 Millionen Wohngeldhaushalten waren 682.000 (51 %) Rentner- oder Pensionärshaushalte, davon 581.000 (85 %) alleinlebend. 519.000 Haushalte (39 %) hatten Kinder unter 25 Jahren. Die große Mehrheit – 1,1 Millionen bzw. 82 Prozent – waren Hauptmieter, 131.000 (10 %) lebten in Heimen und 92.000 (7 %) waren Wohneigentümer.
Warum die Zahlen trotzdem steigen, obwohl das Wohngeld nicht erhöht wurde
Das Wohngeld wird laut Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) in einem gesetzlich festgelegten Zwei-Jahres-Rhythmus an die allgemeine Preis- und Mietentwicklung angepasst. Die letzte reguläre Erhöhung – die „Wohngeld-Plus"-Reform – trat zum 1. Januar 2025 in Kraft und hob das durchschnittliche Wohngeld für bisherige Beziehende um 190 Euro auf rund 370 Euro monatlich an. Die nächste reguläre Anpassung ist demnach erst zum 1. Januar 2027 fällig.
Der Anstieg der hier gemeldeten Zahlen für 2025 beruht also nicht auf einer neuen Erhöhung der Wohngeldsätze, sondern darauf, dass mehr Haushalte in die Anspruchsberechtigung hineinrutschten – plausibel angesichts weiter steigender Mieten: Die Nettokaltmieten lagen im August 2026 um 1,9 Prozent über dem Vorjahreswert.
Was bedeutet das für dich?
Wer als Mieter:in mit dem eigenen Budget kalkuliert, findet im Mietbudget-Rechner heraus, wie viel Miete inklusive Nebenkosten realistisch aus dem eigenen Nettoeinkommen finanzierbar ist – unabhängig davon, ob am Ende ein Wohngeldanspruch besteht oder nicht.
Wer bereits zur Miete wohnt, sollte die jährliche Nebenkostenabrechnung im Blick behalten: Der Nebenkostenabrechnung-Rechner zeigt, ob die eigenen Betriebskosten pro Quadratmeter im üblichen Rahmen liegen und wie hoch eine Nachzahlung realistisch ausfallen kann – gerade bei knappem Budget ein Fixpunkt der Planung.
Und weil 39 Prozent der Wohngeldhaushalte Kinder unter 25 Jahren haben, lohnt sich für Familien auch ein Blick auf weitere Leistungen: Der Kindergeld-Rechner zeigt, wie viel Kindergeld monatlich und jährlich für die eigenen Kinder zusteht.
Häufige Fragen
Wie viele Haushalte haben 2025 Wohngeld bezogen?
Rund 1,3 Millionen Haushalte, ein Plus von 90.000 bzw. 7,2 Prozent gegenüber 2024 – der höchste Stand seit Beginn der Zeitreihe 2005.
Wurde das Wohngeld 2025 erhöht?
Nein, nicht regulär. Die letzte reguläre Erhöhung („Wohngeld-Plus") trat zum 1. Januar 2025 in Kraft; die nächste ist laut BMWSB erst zum 1. Januar 2027 fällig. Der hier gemeldete Anstieg für 2025 kommt über mehr anspruchsberechtigte Haushalte zustande, nicht über höhere Sätze.
Wer bezieht am häufigsten Wohngeld?
Rentner- und Pensionärshaushalte stellen mit 51 Prozent (682.000 Haushalte) die größte Gruppe, davon 85 Prozent alleinlebend. 39 Prozent der Wohngeldhaushalte haben Kinder unter 25 Jahren.
Wie hoch ist das Wohngeld im Durchschnitt?
296 Euro monatlich im Jahr 2025, ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber 2024.
Warum trägt die Pressemitteilung den Vermerk „KORREKTUR"?
Destatis hat die ursprüngliche Fassung der Pressemitteilung im zweiten Absatz korrigiert. Die hier genannten Kernzahlen stammen aus der korrigierten Fassung vom 25. September 2026.
Fazit
1,3 Millionen Wohngeldhaushalte sind ein neuer Rekordstand – aber kein Ergebnis einer neuen Erhöhung, sondern einer wachsenden Zahl anspruchsberechtigter Haushalte bei weiter steigenden Mieten. Für alle, die selbst nah an der Berechtigungsgrenze liegen oder erstmals prüfen wollen, ob sich ein Antrag lohnt, ist das ein Signal: Die Voraussetzungen ändern sich nicht nur über die gesetzliche Anpassung, sondern auch über das eigene Mietniveau. Bis zur nächsten regulären Erhöhung 2027 bleibt der Rahmen unverändert.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): 1,3 Millionen Wohngeldhaushalte im Jahr 2025 (PM Nr. 339, 25. September 2026, korrigierte Fassung)
- Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB): Wohngeld-Plus – Zwei-Jahres-Rhythmus und Erhöhung zum 1. Januar 2025
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Inflationsrate im August 2026 bei +2,9 % – Nettokaltmieten +1,9 % (PM Nr. 320, 10. September 2026)
Numera Vision · Immobilien-Redaktion — Stand: 26. September 2026
