Das Statistische Bundesamt hat am 24. September 2026 den Häuserpreisindex für das 2. Quartal 2026 veröffentlicht: Die Preise für Wohnimmobilien stiegen bundesweit nur noch um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – nach revidiert 1,2 Prozent im 1. Quartal 2026. Das Tempo des Preisanstiegs hat sich damit innerhalb eines Quartals halbiert. In den sieben größten Metropolen wurden Eigentumswohnungen sogar günstiger.
Das Wichtigste in Kürze
- Häuserpreisindex Q2 2026: +0,6 % zum Vorjahresquartal, nach +1,2 % im Q1 2026.
- Eigentumswohnungen in den Top-7-Metropolen: -0,4 % zum Vorjahr, -0,5 % zum Vorquartal.
- Stärkster Anstieg bei Eigentumswohnungen außerhalb der Metropolen: +2,0 % zum Vorjahr.
- Langfristig: Wohnimmobilien seit 2010 rund 82 % teurer.
Die Zahlen im Überblick
| Region / Segment | ggü. Vorjahresquartal | ggü. Vorquartal |
|---|---|---|
| Gesamtindex Deutschland | +0,6 % | +0,3 % |
| Top-7-Metropolen, Eigentumswohnungen | -0,4 % | -0,5 % |
| Top-7-Metropolen, Ein-/Zweifamilienhäuser | +0,7 % | -0,6 % |
| Großstädte außerhalb Metropolen, Eigentumswohnungen | +2,0 % | +0,5 % |
| Dicht besiedelte ländliche Kreise, Häuser | +1,0 % | +2,5 % |
| Dünn besiedelte ländliche Kreise, Häuser | -0,4 % | +1,9 % |
Das Bild ist uneinheitlich: Während Eigentumswohnungen in den sieben größten Metropolen günstiger wurden, zogen sie in Großstädten außerhalb dieses Kreises um 2,0 Prozent an – der stärkste Anstieg aller erfassten Segmente. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern verlief die Entwicklung uneinheitlicher zwischen Stadt und Land, mit Zuwächsen sowohl in Metropolen als auch in dicht besiedelten ländlichen Kreisen.
Das Tempo hat sich halbiert
Im 1. Quartal 2026 hatte Destatis noch einen Anstieg von 1,4 Prozent gemeldet, später auf 1,2 Prozent revidiert. Der aktuelle Wert von 0,6 Prozent für das 2. Quartal liegt damit nur noch bei der Hälfte des Vorquartalstempos – ein deutliches Abbremsen des Preisauftriebs, auch wenn von sinkenden Preisen in der Breite keine Rede sein kann.
Destatis hat zudem im Juni 2026 das Basisjahr des Häuserpreisindex auf 2025 umgestellt. Über die längere Frist bleibt der Trend eindeutig: Zwischen 2010 und 2025 haben sich Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen bundesweit um rund 82 Prozent verteuert – demografischer Nachfragedruck, Immobilienknappheit in Ballungsräumen und die lange Niedrigzinsphase bis 2022 gelten als Haupttreiber dieser langfristigen Entwicklung.
Was bedeutet das für dich?
Wer zwischen Kauf und Miete abwägt, sollte die Verlangsamung nicht mit fallenden Preisen verwechseln – die Immobilie bleibt im Bundesdurchschnitt teurer als vor einem Jahr. Der Kaufen-vs-Mieten-Rechner stellt beide Optionen mit den eigenen Zahlen gegenüber, statt sich auf eine bundesweite Durchschnittsquote zu verlassen.
Für alle, die konkret ein Budget planen, zeigt der Hausbudget-Rechner, welcher Kaufpreis sich aus Eigenkapital und maximaler Monatsrate realistisch finanzieren lässt – unabhängig davon, wie sich der bundesweite Index gerade entwickelt.
Und wer einordnen will, ob ein konkretes Angebot im Verhältnis zur erzielbaren Miete teuer oder günstig ist, findet im Kaufpreisfaktor-Rechner den passenden Maßstab – gerade jetzt, wo sich die Preisentwicklung regional so stark unterscheidet wie selten zuvor.
Häufige Fragen
Werden Immobilien jetzt günstiger?
Im Bundesdurchschnitt nicht – die Preise steigen weiterhin, nur langsamer: +0,6 Prozent im 2. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr. Nur in einem Teilsegment, Eigentumswohnungen in den Top-7-Metropolen, sanken die Preise tatsächlich (-0,4 %).
Warum unterscheiden sich Stadt und Land so stark?
Die Pressemitteilung liefert dafür keine Begründung, nur die Zahlen: Eigentumswohnungen außerhalb der Top-7-Metropolen legten mit +2,0 Prozent am stärksten zu, während sie in den Metropolen selbst nachgaben – möglicherweise ein Ausweich-Effekt von Käufern in günstigere Großstädte.
Wie stark sind Immobilien langfristig teurer geworden?
Um rund 82 Prozent zwischen 2010 und 2025, bundesweit über Häuser und Eigentumswohnungen gemittelt.
Was hat sich am Index selbst geändert?
Destatis hat im Juni 2026 das Basisjahr des Häuserpreisindex auf 2025 umgestellt. Das ändert nichts an den ausgewiesenen Veränderungsraten, aber an der Vergleichsbasis für absolute Indexwerte.
Wie verlässlich ist der Q1-Wert im Nachhinein?
Destatis hat den ursprünglich gemeldeten Wert für das 1. Quartal 2026 von +1,4 Prozent auf +1,2 Prozent nach unten revidiert. Solche Revisionen sind bei Preisindizes üblich und kein Zeichen für einen grundsätzlichen Fehler.
Fazit
Der Häuserpreisindex für das 2. Quartal 2026 zeigt eine klare Verlangsamung: von 1,2 auf 0,6 Prozent Jahreswachstum, mit sinkenden Preisen für Eigentumswohnungen ausgerechnet in den teuersten Metropolen. Wer jetzt kauft oder verkauft, trifft auf einen Markt, der sich regional stark auseinanderentwickelt – ein bundesweiter Durchschnittswert sagt über die eigene Stadt oder Gemeinde wenig aus. Der langfristige Trend bleibt trotzdem eindeutig nach oben: 82 Prozent teurer als 2010.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Preise für Wohnimmobilien im 2. Quartal 2026: +0,6 % zum Vorjahresquartal (PM Nr. 336, 24. September 2026)
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2026: +1,4 % zum Vorjahresquartal (PM Nr. 219, 25. Juni 2026)
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Baupreise und Immobilienpreisindex – Entwicklung in Deutschland (Themenseite, Stand Basisjahr-Umstellung Juni 2026)
Numera Vision · Immobilien-Redaktion — Stand: 25. September 2026
